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Aglona und Basilika in Aglona

Das bedeutendste  geistliche Zentrum von Katholiken in Lettland und  Heiligtum im Weltmaβstab,  wo jedes Jahr hunderttausende Pilger aus der ganzen Osteuropa am Tag  der Jungfrau- Maria -Himmelfahrt am 15.August eintreffen, liegt in der malerischen mit den Seen bekränzten Aglona in Latgale (Lettgallen). Die Basilika von Aglona ist ein der eindrucksvollsten Gotteshäusern im ganzen Baltikum,  dabei werden in den Erzählungen der Leute zahlreiche Wunder erwähnt. 

Das geistliche Zentrum von Balten

Die Wissenschaftler meinen, dass die baltischen Völker schon vor zweitausend Jahren in Aglona lebten. Der Ortsname Aglona stammt von der lettgallischen Aussprache des  Wortes "egle"- im Altertum war diese Gegend mit dicken Tannenwäldern, Seen und Flüssen  bedeckt. Aglona war das Heiligtum eines alten baltischen Stammes- Lettgallen. Aber in den Schriften ist dieser Ort im Zusammenhang mit dem König von Litauen Mindaugas erwähnt worden- im Jahre 1236 war er zusammen mit den Söhnen Ruklis und Rupeikis umgebracht und am 12.September begraben worden.

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Heute hält man den von Mindaugas gegründeten Staat für den Uranfang von Litauen. Doch gibt es Wissenschaftler, die überzeugt sind, dass die Ideen von Mindaugas viel weiter waren- er wünschte,  auch die anderen baltischen Stämme in einen christlichen Staat zu vereinigen. Unter Anderem ist in dieser Legende die Königin erwähnt, die Gattin von Mindaugas Marta. Sie war die Tochter des Burgherren von Madelāni, aber in der Gegend von Aglona liegt der Burgberg von Madelāni mit der altertümlichen Stadt, was ein wesentliches politisches uns wirtschaftliches Zentrum jener Zeit war.

Die Entstehung des Zentrums des Katholizismus von Aglona

Im Jahre 1697 bat die Besitzerin des Landgutes Ieva Justīne  Šostovicka mit det Unterstützung des Bischofs von Livland  Nikolaj Poplavsky  die Dominikaner von Vilnius, in Aglona den Kloster und die Schule zu gründen. Das Ehepaar Šostvickis schenkte für die neue Veranstaltung 17 Dörfer mit 90 Häusern - "Dem Gott zu Ehre und den Letten zum Segen.” Im Jahre 1688 kam nach  Aglona der Prior des dominikanischen Klosters von Vilnius Vater  Remigius Mosokovsky, um in einem der Heiligtümer von Lettgallen den Kloster und die Kirche zu bauen. Die Dominikaner haben in der Kirche von Aglona das Gemälde der Gottesmutter aufgestellt, die nach dem Vorbild der Ikone  der Kirche von Trakai (Litauen) entstand, die von mehreren Legenden umwoben ist, aber alle berichteten davon, dass das Original verwechselt wurde,  und dass sich in Aglona nicht die Kopie, sondern echtes  Heiligenbild befinde. Auch die  Kirche von Aglona wurde nach dem Vorbild  der Basilika von Trakai gestaltet, und deshalb wurde sie zu Ehre der Himmelfahrt von Maria gewidmet. In Aglona wurde auch den dritten Orden des Hl. Dominikus gegründet, deren Mitglieder sowohl  die Frauen als auch die Männer werden konnten, die sich nicht auf die zeitliche Lebensweise verzichten wollten, aber die Regel des Ordens berücksichtigten, die Buβe tat und sich der barmherzigen Tätigkeit widmeten.

Nachdem die im Jahre 1699 gebaute einfache Holzkirche verloren gegangen ist, wurde auf dieser Stelle 1768 – 1780  das Gebäude eines neuen Mauerklosters und  eine groβartige Kirche im Barockstil  mit zwei  60 m hohen Türmen erbaut. Im Jahre 1824 haben die Dominikaner für den Kloster die Expertise der Quelle in der Nähe des Klosters bestellt. Die im Laboratorium der Akademie für Medizin in Petersburg  durchgeführte Untersuchung der Wasserprobe zeugte davon, dass das Wasser der Scwefelquelle den Zielen des Heilens dienen kann, deshalb wurde schnell ein einfaches Krankenhaus mit 10 Plätzen gebaut. In Aglona gab es auch die Gemeindeschule, wo die Kinder völlig mit allem Notwendigen für das Lernen und das Leben versorgt  waren. In den zwanzigen Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das geistliche Seminar in Aglona eröffnet.

Nachdem das Territorium von Lettland dem Russischen Reich angeschlossen wurde, begannen die Repressionen gegen den Kloster von Aglona, obwohl es der einzige Kloster von acht katholischen geistlichen Orden  des Kreises Witebsk war, der nicht geschlossen worden war. Doch wurden die Bewohner auseinander gejagt, aber den Kloster haben ins Gefängnis verwandelt, wo die aktivsten und und unfügsame Katholische Priester im Status der Gefangenen hausten. Dort haben auch die alten und kranken Geistlichen das letzte Heim gefunden. Während des ersten Weltkrieges war im Kloster der Basilika sowohl den Stab des Bataillons, als auch das Lazarett untergebracht, aber im Jahre  1918, nachdem Eintritt von Bolschewiks wurde den Kloster und die Keller der Basilika demoliert und die Grabstätten bestohlen , weil sie hofften, das versteckte Gold zu finden.

In den ersten Jahren der Unabhängigkeit in der Zeitspanne von 1918-1940 hat man das geistliche Seminar in Aglona eröffnet, das  als eine der  besten Hochschulen galt, das Männergymnasium und später – auch das Frauengymnasium. Im Jahre 1940 hat sich die Sowjetmacht etabliert und die Eigentümer der Kirche nationalisiert, die  Gymnasien  wurden vom Staat verwaltet, aber die katholischen Geistlichen wurden verjagt und verfolgt. Während des zweiten Weltkrieges hat sich die Verfolgung und die hartherzige Abrechnung mit den katholischen Gläubigen fortgesetzt – es hat sich herausgestellt , dass der Glaube sowohl für die Sowjetmacht, als auch für die Seite  des hitlerischen  Deutschlands gefährlich war. Auch während der Sowjetmacht wurde  mit allen Kräften die Vernichtung des Glaubens und der Traditionen gefördert.

Im Jahre 1980, als die Katholiken von Lettland das 200- Jubileum der Basilika in Aglona feierten, hat der Römische Papst Johannes Paul der Zweite ihr den Titel  „Basilica Minoris”verliehen; nach drei Jahren wurde Bischof   Juliāns Vaivods zum Kardinal ernannt. Im Jahre 1989 hat zum ersten Mal nach 50 Jahre die Wallfahrt aus Riga nach Aglona stattgefunden, und die Pilger haben den ganzen Weg zweihundert Kilometer zu Fuss überwunden, mit den Graduälen und Gebeten. Am 15. August 1989 hat während des Festes der Himmelfahrt von Gottesmutter Maria zum ersten Mal nach vielen Jahren die Eucharistische Prozession  ausserhalb des Zaunes der Kirche stattgefunden, aber im Garten wurde zum ersten Mal der Gottesdienst auf Lettisch abgehalten.

Das Heiligtum, die heilige Quelle und heilendes Heiligenbild

Űber Aglona werden zahlreiche Wunder erzählt. Zum Beispiel, ein Bauer Kristaps Mateisāns aus der Siedlung Spīki brachte  über dem  Cirīša- See  das Kind nach Aglona zum Taufen. Während er über den See ruderte, begann der Sturmwind und die Wellen begannen, das Boot zu werfen, und der Bauer hat  während des Kampfes nicht  bemerkt, dass das Kind in den See fiel .

Nachdem er die Gefahr  begriff, begann Kristaps laut die Gottesmutter von Aglona heranzurufen, und in demselben Moment befand sich das Kind in der Nähe des Ufers- die Leute am See  haben es lebendig und gesund aus dem See gezogen.

Auch im 17. Jahrhundert auf dem Eichholz gemaltes Heilgenbild halten die Gläubigen für Wundertäterin. Aber dem Wasser  der Schwefelquelle, die am See Egles in der Nähe von  Basilika entsteht, wird göttliche  heilende Kraft zugesprochen. Die Gläubigen machen die Wallfahrten nach Aglona, besonders während des Pfingstens und des Festes der Himmelfahrt von Gottesmutter Maria. Jedes Jahr am 14. und 15. August stattgefundene Veranstaltungen des Festes der Katholischen Kirche auf dem Heiligtum von Aglona  kann man bestimmt  für staatlich bedeutsam halten, weil es von hunderttausenden Gläubigen verschiedener Konfessionen besucht wird.

Die Gegenstände der Innenausstattung der Kirche wurden im 18. Jahrhundert geschaffen, die Seitenaltare- am Anfang des 19. Jahrhunderts. Hier befindet sich eine umfangreiche Gemälde-,  Skulpturen- und Kunstschätzensammlung , darunter auch das berühmte  Heiligenbild  „Die Gottesmutter Wundertäterin von Aglona” ( 17.Jh.), die nur zu den feierlichen Anlässen während der religiösen Feste entdeckt wird. Es besteht Meinung, das sie die heilende Kraft hat. 

Kurz vor dem Besuch des Papstes hat man in den Neunzigen den Platz vor der Kirche eingerichtet, der sowohl als Platz der Züge der Prozessionen dient, als auch für den Kreuzweg und für die Betenden während des Hauptgottesdienstes. Der Platz ist so eingerichtet, dass es ein sakraler  begrenzter Platz ist und mit der Basilika das einheitliche Ensemble bildet.

Im Jahre  1993 hat der Römische Papst Johann Paul der Zweite das Heiligtum von Aglona besucht und geweiht.

Die Wallfahrten nach Aglona

Am 15. August ist das Fest der Himmelfahrt der Allerheiligen Jungfrau Maria. Im Evangelium ist dieses Ereignis nicht beschrieben, aber in den Traditionen der Kirche gibt es sicheres Zeugnis von diesem Ereignis. In Aglona ist das wichtigste Fest des Jahres, und zu diesem Fest kommt gewöhnlich jeder Katholik Lettlands, der zusammen mit den Glaubensbrüdern das Fest der Gottesmutter feiern will.

Hunderttausende Gläubigen beten zusammen, erneuern ihre Beziehungen mit Ihm und den Trost  vom Gott finden. Die Kirche bemüht sich, alles zu tun, damit alle Möglichkeiten haben, aus den Quellen des Lebens zu schöpfen, das bedeutet, von der  Eucharistischen  Tafel und vom Wort  des Gottes in den Heiligen Schriften.

Eine der schönsten  und  überraschendsten Traditionen im heutigen Lettland sind die Wallfahrten nach Aglona, die im Vorabend der Feierlichkeit des 15. Augusts die Gläubigen aus dem ganzen Lettland schaffen. Die Katholiken von Liepāja haben längeren Weg, die mehr als Woche brauchen, um den langen Weg von der anderen Seite Lettlands zu überwinden. Näher dem 15.August überfüllen die kleinere und gröβere Gruppen der Gläubigen,  singenden, Flaggen und Kruzifixe tragenden, alle Geländewege  von Aglona. Auch der Gottesdienst in der Nacht erschüttert und erfüllt  bis zu den Tiefen der Seele  jemanden, der das auf dem Platz der Basilika von Aglona erlebt, Schulter am Schulter mit den Glaubensbrüdern und Schwestern stehend. 

Der Berg des Königs

In der Nähe von Basilika in Aglona, wenn man Richtung Dagda fährt, am Ufer des Sees Aglona ist der Berg des Königs eingerichtet – ein Skulpturenpark mit den Gestalten von Christus des Siegers, des Engels, des Kreuzes und zwölf Stämmen, die aus Eichholz gestaltet worden sind. Der gepflegte Skulpturengarten entstand auf dem Grundstück eines Unternehmers- er hat in dieser schönen Gegend das Bauen des Hauses vorausgesehen. Die Skulpturen sind  aus Holz der alten Eichen  gestaltet worden. Für die gröβte, Skulptur von Christus, wurde  600 Jahre alte Eiche gebraucht, dessen  Umfang  4,5 m und  Länge 14 m war.

Zuletzt aktualisiert: 
15.07.2014