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Denkmäler und Skulpturen

Die Kunstliebhaber werden von Lettland mit seinen Kunstobjekten sicherlich nicht enttäuscht werden. Sowohl Lettland als auch Riga sind reich an Denkmälern und Skulpturen, die das Erbe der Geschichte und Kultur bewahrt haben.

Aufschlussreich sind die Spaziergänge durch die Parks und Plätze von Riga. Man kann auch auswärts von Riga fahren, um interessante Kunstobjekte – Denkmäler und Skulpturen zu besichtigen. Einige von denen haben nicht nur einen hohen künstlerischen Wert, sondern auch eine interessante Geschichte und sind sehenswert. Machen wir uns mit ein paar der Eindruckvollsten bekannt!

Das Freiheitsdenkmal

Das Freiheitsdenkmal ist zweifellos das Symbol von Lettland! Im Herzen des Landes, im Zentrum von Riga erhebt sich in 42 Meter Höhe das Freiheitsdenkmal mit der Widmung „Tēvzemei un Brīvībai” (dt. „Für Heimat und Freiheit”)

Es wurde im Jahr 1935 eingeweiht und ist das Meisterwerk des berühmten lettischen Bildhauers Kārlis Zāle. In gehobenen Armen hält die lettische Frau drei goldene Sterne, die Lettische Regionen Kurzeme, Vidzeme und Latgale symbolisieren. Durch die 13 Skulpturen und im Basrelief ist die Geschichte von Lettland dargestellt worden – der Einbruch der Kreuzritter, das Aufwachen des lettischen Nationalbewusstseins im 19. Jahrhundert, die Freiheitskämpfe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Sowjetmacht den Gedanken gehegt das Denkmal abzutragen, doch Vera Muhina, der weltberühmten sowjetischen Bildhauerin und Schülerin von Kārlis Zāle, ist es gelungen, die damalige Regierung von solchem Barbarismus abzuhalten.

Ende der 80er Jahre begannen beim Freiheitsdenkmal die ersten Demonstrationen für die Unabhängigkeit Lettlands und gegen das Sowjetregime. Heutzutage wird das Denkmal bewacht und die Wache wechselt stündlich, an Feiertagen und Gedenktagen werden am Denkmal Blumen von der lettischen Regierung und hohen ausländischen Gästen niedergelegt.

Der Brüderfriedhof

Das eizigartigste von den Denkmälern aus der Zeit der Ersten Republik ist das im Jahr 1936 eingeweihte Komplex des Brüderfriedhofes in Riga — das grösste und eindrucksvollste Memorialensemble in Lettland. Der Hauptbildhauer ist ebenfalls Kārlis Zāle. Das Memorial ist den im Ersten Weltkrieg und während der Freiheitskämpfen von Lettland (1915–1920) gefallenen Soldaten gewidmet. Auf dem Friedhof sind ungefähr 2000 Soldaten, darunter 200 unbekannte Soldaten bestattet worden.

Der Komplex besteht aus einem Gedankenweg mit 205 Meter langen Lindenallee, einer Heldenterasse mit dem Altar des Heiligen Feuers und der Eichenallee, Grabstätten, die von der Lettischen Wand und dem Abbild der Mutter-Lettland mit ihren gefallenen Söhnen abgeschlossen wird. Das Ensemble des Brüderfriedhofes mit seiner tiefen künstlerischen Darstellung ist der nationale Stolz von Lettland und das erste Ensemble dieser Art in Europa. An den Gedenktagen versammeln sich hier Tausende von Menschen, um die Menschen zu gedenken, die für die Unabhängigkeit Lettlands gefallen sind und um Kraft für die Zukunft zu schöpfen.

Auf der Esplanāde bei der Strasse Elizabetes iela erhebt sich gegenüber dem Verteidigungsministerium ein Denkmal, das dem im Kampf gefallenen Oberst Oskars Kalpaks gewidmet ist. Er war der erste Oberst der neuen Lettischen Republik.

Denkmäler für die Künstler und den Bürgermeister von Rīga

Bei einem ruhigen Spaziergang durch Rīga kann man viele nicht so monumentale doch durchaus interessante Denkmäler sehen. Auf der Esplanāde sieht man den in Gedanken vertieften berühmten lettischen Dichter Rainis, im Kronvalda-Parks - die Skulptur des grossartigen lettischen Schriftstellers Andrejs Upīts.

In der Strasse Merķeļa iela hat gegenüber dem Gebäude des Lettischen Vereins von Rīga die Haltung eines eleganten, wenig aufmerksamen Dandys Kārlis Padegs (1911–1940) eingenommen. Er war seinerzeit ein berühmter lettischer Maler, Grafiker und Boheme Befürwörter. Seine Werke werden an den internationalen Versteigerungen weiterhin hoch geschätzt.

In der Strasse Brīvības iela beim Theater Dailes teātris sitzt zurückgelehnt ein komischer, barfüssiger Mann – dieses Denkmal ist dem eingentümlichen lettischen Künstler Voldemārs Irbīte (1893–1944) gewidmet.

In den Grünanlagen gegenüber der Nationaloper sind ein solider Mann mit Frau in Bronze gegossen, die mit einem Hund spazieren gehen. Das Denkmal ist Georg Armitsted, dem Bürgermeister von Riga britischer Herkunft und seiner Gattin gewidmet. Armitsted  war Bürgermeister von Rīga in der Zeit von 1901 bis 1912 und unter seiner Leitung erlebte die Stadt eine grosse Blütezeit und wurden zum Zentrum in der baltischen Region. Dieses Denkmal wurde 2006 von Ihrer Hoheit der Königin Elisabeth II eingeweiht.

Das Erbe der Sowjetzeit

Aus der Sowjetzeit hat sich in Lettland eine breite Palette an Denkmälern erhalten. In Riga, im Stadtteil Pārdaugava erhebt sich ein Obelisk mit Gestalten der Soldaten, der zu Ehren des Sieges der UdSSR im Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde. Jedes Jahr am 9. Mai versammeln sich hier viele Menschen.

Ein künstlerisch wertvolles Memorialensemble befindet sich in Salaspils, das den Opfern der Nazizeit, die in den Gefangenenlagern umgekommen sind, gewidmet ist. Das ist einer der grössten Komplexe dieser Art in Europa.

Am Ufer der Daugava in Rīga erhebt sich das Denkmal zum Gedenken an die Kämpfer während der Revolution im Jahr 1905. Auf dem Rathausplatz beim Okkupationsmuseum stehen weiterhin drei in Stein dargestellte Männer — die roten lettischen Schützen.

Mancherorts kann man in Lettland noch Denkmäler vorfinden, die zur Sowjetzeit in fast jeder Stadt eine Pflicht waren – das in Bronze gegossen oder in Granit gemeisseltes Gebilde von Lenin, des Anführers der Proletatiats. Nach dem Lettland wieder die Unabhängigkeit erlangte, wurden all die „ļeņiņnekļi” (dt. Lenindenkmäler) weggetragen, man findet nur manche von denen. Zum Beispiel der riesige Kopf von Lenin, der sich auf dem Hauptplatz von Alūksne befand, kann man nun auf den ehemaligen Stützpunkt der Atomraketen in Zeltiņi finden, der selbst schon eine Sehenswürdigkeit darstellt. Dorthin sollte man sich allerdings unter der Leitung eines erfahrenen Reiseführers begeben. Weitere Auskunft im Tourismusinformationszentrum von Alūksne.

Einige der früheren Lenindenkmäler kann man auf dem Landhof „Pilskalni” sehen, in der Nähe von Ivande im Gebiet von Kuldīga. Dorthin wurden Lenindenkmäler aus Kuldīga und aus Bauska gebracht. Im Park der Burg von Cēsis wurde zur Besichtigung das frühere Lenindenkmal der Stadt Cēsis gelassen.

Pedvāle und der Dainu-Hügel

Der beeindruckendste Komplex der Bildhauerei ausserhalb von Rīga befindet sich in Pedvāle (www.pedvale.lv) — am Ufer der Abava gegenüber der Stadt Sabile. Hier hat der berühmte lettische Bildhauer Ojārs Feldbergs ein 100 ha grosses Freilichtkunstmuseum von Pedvāle geschaffen, das zum Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung geworden ist.

Pedvāle ist ein Ort, wo man von der Schönheit der Natur inspiriert wird und die Künstler ihr Können zum Ausdruck bringen können. Die Kollektion des Museums beträgt mehr als 150 Kunstwerke – eingenartige Objekte im Freien. Jedes Jahr wird ein anderes Thema für die schöpferische Arbeit ausgewählt, z. B. von 2001 bis 2004 wurde das Projekt „die Urelemente der Welt – Feuer, Wasser, Luft, Erde realisiert.

Die Ehre der lettischen Folklore und Krišjānis Barons, dem berühmten Zusammensteller der lettischen Volkslieder, ist auf dem Hügel „Dainu kalns” in Sigulda verleiht worden. Die 25 vom Bildhauer Indulis Rankas geschaffenen Steinskulpturen bringen die in den lettischen Volkslieder dargestellte Liebe, Ehre, das Verhältnis zur Natur, den Mitmenschen und dem Volk gegenüber zum Ausdruck.

Der Garten Gottes

Gegenüber der berühmte Basilika von Aglona erhebt sich am anderen Ufer der Hügel „Karaļkalns” (dt. Königsberg), auf dem ein Park aus Holzskulpturen entstanden ist – der „Dieva dārzs” (dt. Der Garten Gottes). Der wurde in einigen Jahren vom Grundstückbesitzer Jānis Stupāns und dem Bildhauer Ēriks Delpers (vom Beruf  Pilot) angelegt.

Im Jahr 2006 wurden hier die ersten zwei Holzskulpturen ausgestellt – die Gestalt Jesus und ein Engel mit dem Lebensbuch in der Hand. Ein Jahr später kam eine ganze Skulpturenkomposition hinzu: 12 Volksstämme, die das Kreuz zum Jesus tragen. Später entstanden zwei weitere Skulpturen – die Jungfrau Maria mit dem Kind und die Lotusblüte. Als für die Skulptur der Mutter-Gottes eine Eiche abgesägt wurde, brach der Baum zusammen und teilte sich in mehrere Teile. Vom dickeren Baumstamm schauf der Bildhauer die Lotusblüte. Man kann sich in die Mitte dieser Skulptur stellen und besondere Gefühle verspüren.

Holzgestalten

Für die Familien mit Kindern wird ein Spaziergang auf dem Naturpfad von Sprīdītis in Tērvete sehr interessant werden. Unterwegs trifft man auf in Holz geschnitzte Figuren aus den Märchen der lettischen Schriftstellerin Anna Brigadere, zum Beispiel, auf Lutausis und Sprīdītis.

Am Ufer des Līgatne-Flusses befindet sich der Vienkoči  Park, in dem das Holzhandwerk popularisiert wird. Auf den Parkwegen sieht man Holzskulpturen - Tiere, Märchengestalten, nach historischen Quellen nachgebildete Objekte. Es sind auch Wassermühlen und Entwürfe historischer Gebäude im Miniaturformat aufgebaut worden.

In Lettland fehlt es nicht an ganz eingenartige Denkmälern. Die Stadt Ventspils wird weiterhin von sieben der 26 Kühen geschmückt, die für die internationale Parade „Govju parāde” im Jahr 2002 geschaffen wurden.