Einzigartige historische Bebauung, mittelalterliche Burgen, gemütliche Gasthäuser und Kneipen – dies und vieles mehr verleiht diesen Städten die besondere Atmosphäre, wegen der Besucher aus der ganzen Welt kommen.
Die kurländische Perle Kuldīga (dt. Goldingen)
Das kurländische Städtchen Kuldīga ist angeblich die schönste Kleinstadt Lettlands. Eine der ältesten Städte, eine Hansestadt, die Hauptstadt des Herzogtums Kurland, eine blühende Stadt im Mittelalter, deren Vormacht durch den Nordischen Krieg und die nachfolgende Pestepidemie zu Beginn des 18. Jahrhunderts beendet wurde, wobei sie sich später von den schweren Folgen erholen konnte. Da während des Ersten und Zweiten Weltkriegs Kuldīga nicht zerstört wurde, ist in der Stadt die historische Bebauung erhalten geblieben. Das historische Zentrum ist ideal zum Spazierengehen – ein aufmerksamer Besucher wird sicher die Verzierungen der Fenster und Türen und die weiteren Holzschnitzereien bemerken. Kuldīga wird auch das lettische Venedig genannt, denn der Fluss Alekšupīte fließt mitten durch die Stadt, direkt an den Gebäuden vorbei.
Zur besonderen und romantischen Atmosphäre der Stadt trägt auch die alte Ziegelbrücke über den Fluss Venta (dt. Windau) bei, die zu den längsten Ziegelbrücken in Europa gehört (164 m) und auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Direkt vor der Brücke befindet sich der breiteste Wasserfall in Europa – Ventas rumba (ca. 250 m breit und 1,75 m hoch), wo man im Frühling laichende Fische beobachten kann, die über den Wasserfall springen.
Malerische Kleinstädte Kandava (dt. Kandau) und Sabile (dt. Zabeln)
Wesentlich kleiner, aber nicht weniger malerisch und schön sind die Städte Kandava und Sabile an den Ufern des Flusses Abava (dt. Abau); beide Städtchen liegen auf dem Weg von Riga nach Kuldīga. Die Gletschermulde von Abava mit ihrer Küste, vielen Naturdenkmälern, Burghügeln und wunderschöner Landschaft verdient an sich schon die Aufmerksamkeit der Besucher, genauso wie das an der Küste liegende Städtchen Kandava. Die für Kandava charakteristische Bebauung, Gebäude mit gemauerten Innenhöfen und Einfahrten, ist in den Straßen Talsu und Sabiles sowie in der Loka Straße erhalten geblieben. Sehenswert ist auch der mächtige Pulverturm der Ordensburg von Kandava, vom Kurischen Burghügel öffnet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Gletschermulde von Abava und die älteste Feldsteinbrücke in Lettland – auf die Brücke über den Fluss Abava.
In Sabile konzentrieren sich auf einem kleinen Gebiet viele kulturhistorische Denkmäler, das historische Zentrum von Sabile stellt ein städtisches Denkmalschutzgebiet mit Bauten aus dem 15. – 19. Jh. dar. Sabile ist auf seinen am nördlichsten gelegenen Weingarten, der im Guinness-Buch der Rekorde steht, und auf das Freilichtkunstmuseum in Pedvāle stolz.
Stadt auf neun Hügeln
Mit einer schönen Umgebung kann eine andere kurländische Kleinstadt aufwarten – Talsi (dt. Talsen). Sie befindet sich auf neun Hügeln und ist von zwei Seen umgeben. Das historische Zentrum von Talsi hat sich seit dem 19. Jh. nicht viel verändert, in der Stadt findet man immer noch enge, gepflasterte Gassen und die Bebauung zeichnet sich durch die für Talsi charakteristischen Gebäude mit Giebeldächern aus. Die Landschaft in der Umgebung von Talsi, die sog. nordkurländische Hochebene mit tiefen Wäldern, vielen Hügeln und Tälern, wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Die umliegenden Hügel werden zum Skifahren genutzt, neben dem Hof Jāņkalni wurde ein Folklore-Pfad errichtet. In der Nähe von Sabile ist, für lettische Maßstäbe, ein eindrucksvoller Wasserfall zu sehen – der Abavas rumba, der viele Besucher anlockt.
Die Stadt auf einer Halbinsel
In Semgallen muss man unbedingt Bauska (dt. Bauske) besichtigen – eine alte Stadt, die auf der Halbinsel zwischen dem Zusammenfluss von Mūsa und Mēmele entstanden ist. Dort erhebt sich eine livonische Ordensburg – die Burg von Bauska, die einst bis zu 3 m dicke Wände und fünf Türme hatte, von denen einige erhalten geblieben sind. Die Altstadt von Bauska ist eine bekannte Sehenswürdigkeit. In der Nähe von Bauska steht sich das majestätische Schloss von Mežotne (dt. Mesothen), das das beste Beispiel für ein lettisches Architekturdenkmal im klassizistischen Stil ist. In der Umgebung befindet sich auch das Schloss Ruhental (Rundāles pils) – die Rokoko- und Barockperle im gesamten Baltikum.
Die im Ostnorden von Semgalen liegenden Kleinstädte Subate (dt. Subbath) und Ilūkste (dt. Illuxt) haben eine ganz andere Ausstrahlung. Subate ist an der Küste an zwei Seen entstanden, das historische Zentrum der Kleinstadt ist heute städtisches Denkmalschutzgebiet. Ilūkste kann dagegen vor allem mit der Umgebung aufwarten - mit dem Naturschutzgebiet "Pilskalnes Siguldiņa", durch das mehrere Wanderwege führen.
Herrliches Sigulda (dt. Segewold)
Die bei Besuchern beliebteste Kleinstadt Lettlands ist, natürlich, Sigulda. Die Stadt ist bereits seit mehreren Jahrhunderten ein Begriff, als Reisende aus aller Welt die Stadt, die auch die Livländische Schweiz genannt wird, zu besuchen begannen. Besonderen Zauber verleiht ihr der Fluss Gauja (dt. livländisches Aa) mit seiner Gletschermulde und die vielen Natur-, Geschichte- und Kulturdenkmäler. Ein malerisches Flusstal, das in allen Jahreszeiten prächtig aussieht, der Sandstein samt Höhlen, alte Burghügel und die Ordensburgen, von denen besonders die Burg von Treiden (Turaidas pils) erwähnenswert ist. Das Wintersportzentrum mit einer Rodel- und Bobbahn und die vielen Skipisten – das alles und vieles mehr finden Sie in der malerischen Stadt Sigulda, die mitten im Nationalpark Gauja (Gaujas Nacionālais parks) liegt.
Altertümliches Cēsis (dt. Wenden)
An der Küste von Gauja liegt noch eine weitere Stadt, die einen Besuch wert ist – Cēsis. Es handelt sich um eine der ältesten Städte in Lettland, eine ehemalige Hansestadt mit einer prächtigen livonischen Ordensburg, und vielen einmaligen Sehenswürdigkeiten. Die Burg von Cēsis war ehemals die größte Festung im Baltikum. Der Spaziergang durch die Altstadt von Cēsis und den Schlosspark wird jeden Romantiker und Liebhaber des Altertums begeistern. Die Freunde des Wintersports können die Skipisten in Žagarkalns nutzen. Erwähnenswert ist, dass in der benachbarten Stadt Cīrulīši einem Fels die Quelle Svētavots entspringt, deren Wasser angeblich heilen Wirkung hat.
Prächtiges Rēzekne (dt. Rositten)
Das kulturhistorische Kolorit von Lettgallen können Sie in Rēzekne, das auch „Herz von Lettgallen“ genannt wird, und in seiner malerischen Umgebung genießen. Die Stadt und Umgebung zeichnen sich durch prächtige katholische Kirchen aus. Letttgallen erlebt man ebenso in Ludza (dt. Ludsen), in der ältesten Stadt Lettlands, sie befindet sich auf mehreren Hügeln und an drei Seen. Sie finden hier trotz mehreren verheerenden Feuerbrünsten majestätische Ordensburgruinen und Holzhäuser mit geschlossenen Innenhöfen aus dem 19. Jahrhundert. Und auch in Krāslava (dt. Kreslau), die in wunderschöner Umgebung an der steilen Küste von Daugava (dt. Düna) gelegen ist, lernen Sie Lettgallen kennen.




















