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Fischerdörfer

Sie sind durch den architektonischen Ausbau und die hinreißende Kulturumgebung einzigartig, einige von ihnen beinahe verlassen, aber einige noch voller Leben – das alles sind lettische Fischerdörfer, wo Sie den Reiz des Lebens an der Ostseeküste erleben und frisch geräucherte Ostseefische probieren oder selber in der Ostsee fischen können.

Da das Leben in Lettland seit Jahrhunderten mit der Ostsee verbunden ist, liegen an der gesamten Küste zahlreiche alte Fischerdörfer verstreut. Einige von ihnen sind zu kleinen Hafenstädten gewachsen, andere hingegen zu Freilichtmuseen geworden.

Dörfer an der Ostseeküste

Ganz im Süden liegt an der Ostseeküste das kurländische Fischerdorf Pape. In sandigen Dünen liegen kleine Fischerhöfe mit altem Fischereizubehör wie Booten und Netzen, aber das interessanteste Dorf von Pape ist Koninciems. Das ist ein eigzigartiges Küstendorf aus dem späten 19.

Jahrhundert, das als Baudenkmal gilt. Hier befindet sich auch die Zweigstelle des ethnographischen Freilichtmuseums „Vītolnieki” mit alten Fischerhäusern, wo sie das Fischerleben kennenlernen können (Telefon: +371 634 003 32).

Zwischen Pape und Liepaja liegen zwei weitere interessante Fischerdörfer – Jurmalciems mit den höchsten Dünen in Lettland und Bernati, wo die Ostsee immer näher zu den Küstengebäuden kommt. Es ist klar ersichtlich, wie einige von den Häusern zu Halbinseln in der Ostsee geworden sind.

Ein typisches Dorf der kurländischen Küste ist Pavilosta, das nun zu einer kleinen Stadt gewachsen ist. Im Mittelalter lag an der Mündung des Flusses Saka ein aktiver Hafen, der jedoch nach dem Polnisch-Schwedischen Krieg im 17. Jahrhundert verschüttet wurde und erst im späten 19. Jahrhundert wieder erstand, als das Flussbett wieder tiefer gemacht wurde. Der historische Teil der Stadt Pavilosta ist Akgals aus dem späten 19. Jh. und frühen 20. Jh. mit einer einzigartigen Bauplanung – jede Straße führt zur Ostsee.

Pavilosta ist wegen der sauberen Strände, der unberührten Natur und der starken Winde bei Sportfans, vor allem bei Windsurfern und Kitesurfern, beliebt. Dieser Ort wird natürlich auch von anderen Urlaubern gerne besucht – gepflegte Stadt, Möglichkeiten zum Fischen, Fisch-Spezialitäten. Über die Geschichte der alten Stadt Pavilosta und deren Umgebung berichtet eine interessante und einzigartige Ausstellung im Museum von Pavilosta, das im ersten Steinhaus der Stadt, im Lotsenhaus (Loču māja), an der Ostsee eingerichtet wurde.

Livische Küste

Ganz anders sind die Fischerdörfer im nördlichen Teil der kurländischen Küste, an der alten livischen Küste oder Līvōd rānda, die von den Liven, einem finno-ugrischen Volk, besiedelt wurde. Die livische Küste umfasst 12 Dörfer, eines aufregender und ungewöhnlicher als das andere. Zum Beispiel gab es früher in Ovisi sogar die Endstation einer Schmalspurbahn, heutzutage werden in diesem Dorf nur einige Einzelhöfe mit alten Bauten und einem eigzigartigen Zaunaufbau bewohnt. Das Dorf Luzna zog sich einst in einer Länge von mehreren Kilometern hin und hier wurden sogar Schiffe gebaut. In Mikeltornis gibt es eine Gaststätte des livischen Dorfes, die einzige, die bis heute erhalten gebliebenen ist, und der höchste Leuchtturm im Baltikum Mikelbaka. Lielirbe war einst ein aktives Betriebszentrum, wo Segelschiffe gebaut wurden, nun ist dieser Ort lediglich ein stiller Strand am Ufer des Flusses Irbe.

Eine der ältesten livischen Siedlungen ist Sikrags, inzwischen ein städtebauliches Denkmal von staatlicher Bedeutung, aber Mazirbe, die einst größte livische Siedlung im Kurland, ist heute ein livisches Kulturzentrum. Ein städtebauliches Denkmal ist auch Kosrags, aber Pitrags ist für viele versunkene Schiffe in seinen Sandbänken berühmt, deren Reste oftmals nach einem Sturm ans Land gespült werden. Saunags ist ein beliebter Sommerferienort, in diesem Dorf ist auch ein mittelalterlicher Friedhof erhalten geblieben. Auf dem Hof „Purvziedu” im Dorf Vaide ist die einzigartige Waldtierhornsammlung des Ortsforstaufsehers Edgars Hausmanis (Telefon: +371 632 442 17) zu besichtigen.

Der nördlichste Punkt der kurländischen Halbinsel ist Kolka – ein altes livisches Fischerdorf, das in der sowjetischen Zeit zu einem der bedeutendsten Fischverarbeitungszentren in Lettland wurde. Auch jetzt werden hier geräucherte Fische angeboten, die auch bei Touristen und Urlaubern beliebt sind, die im Sommer Kolka besuchen. In Kolka, im Hof „Zītari”, wurde auch das „Livische Zentrum” mit einer Alltagsgegenständesammlung errichtet. Das letzte livische Dorf in Nordkurland ist Melnsils. Das Dorf umfasst mehrere Bodendenkmäler und hohe Dünen am Ufer des Flusses Bakupite, von denen aus man eine schöne Aussicht auf Kolkas rags hat.

Dörfer an der kurländischen Küste

Besonders reich an Fischerdörfern ist die kurländische Küste der Rigaer Bucht. Der alte Hafen Roja wurde sogar von Wikingern benutzt, wovon die Grabmähler am Ufer des Flusses Roja, die sogenannten Teufels-Boote, zeugen. In der Zeit des Kurländischen Herzogtums wurden in Roja Schiffe gebaut, auch jetzt herrst im Hafen von Roja ein reger Betrieb – Fischerei, Frachtverkehr, ein kleines Schiff bringt Sie von Roja auf die hinreißende Insel Ruhnu in der Rigaer Bucht. In Roja befindet sich das Museum für Seefischerei und in Celtnieku iela 5 können Sie eine Privatsammlung mit Segelschiffmodellen besuchen (Tel. + 371 692 343 45). Weitere Informationen zu den Erholungsmöglichkeiten in Roja erhalten Sie im Informationszentrum Roja in Selgas iela 33, Tel. +371 632 695 94.

Auf dem Weg von Roja zum Mersrags liegt Kaltene – ein kleines Dorf mit einem für das Kurland untypischen, steinigen, mehrere Kilometer langen Strand. Am zweiten Kap der Ostseeküste, am Mersrags, liegt ein Dorf mit demselben Namen und einem Fischerei- und Jachthafen. In Mersrags wird die Fischverarbeitung betrieben. Die versumpften Strandwiesen sind ein wichtiger Ort Brutplatz für Vögel an der lettischen Küste.

Das nächste Fischerdorf ist Engure, dessen Name aus dem Livischen als „Aal-Ort” zu übersetzen ist. Es handelt sich um einen beliebten Ferienort an der Ostseeküste mit mehreren Campingplätzen und einem Jachthafen, von dem aus Sie zur Ruhnu-Insel segeln können. Zwischen Engure und Mersrags, ein paar Kilometer von der Ostsee entfernt, liegt der Engures-See – eine fischreiche Lagune, der drittgrößte See in Lettland, ein bedeutender Vogelnistplatz. Somit steht ein Teil des Sees unter Naturschutz. Für Naturfreunde wurden dort mehrere Vogelbeobachtungstürme aufgebaut und Naturpfade eingerichtet.

Nur 50 Kilometer von Riga entfernt, an der südwestlichen Küste der Rigaer Bucht gibt es eine Reihe von schönen Fischerdörfern, die zu einem beliebten Ferienort für Urlauber und Touristen geworden sind. Die Nähe von Riga, die gute Infrastruktur, die Ruhe, der Sandstrand und die Kieferwälder – das wissen viele Besucher zu schätzen. Kesterciems, Plienciems, Apsuciems, Klapkalnciems, Ragaciems, Lapmezciems (daneben der fischreiche See mit großartigen Angelmöglichkeiten Kanieris), Bigaunciems - eine entspannende Erholung, Pilze- und Beerensammeln, Fischen, Angeln, Fische räuchern, Märkte mit frisch geräucherten Fischen und sonstige Spezialitäten aus der Ostsee. Diese Dörfer bieten Gasthäuser, Campingplätze und Ferienhäuser an.

Dörfer an der livländischen Küste

Auch im östlichen Teil der Rigaer Bucht – an der livländischen Ostseeküste – liegen zahlreiche Fischerdörfer, die einen Besuch wert sind. Nur 40 Kilometer von Riga entfernt liegt Saulkrasti – ein beliebter Ferienort, der sich anstelle von mehreren Fischerdörfern entwickelt hat. Im Zentrum von Saulkrasti befindet sich ein gepflegter Badeort, neben dem Fluss Incupe liegt eine der schönsten Natursehenswürdigkeiten – die Weiße Düne, bis zum Zentrum von Saulkrasti zieht sich der landschaftliche „Sonnenuntergangspfad”. In Saulkrasti ist ein einzigartiges Fahrradmuseum mit der einzigen Fahrradsammlung in Lettland und es gibt hier zahlreiche Restaurants und Cafés.

Bei Künstlern und Fotografen ist das Dorf Zvejniekciems mit dem steinigen Strand sehr beliebt. In diesem Teil von Saulkrasti befindet sich auch der erste Hafen in Livland – Skulte, der zurzeit der größte Hafen unter den kleinen Häfen in Lettland ist.

Der nördliche Teil der livländischen Küste ist auf die Städte Salacgriva und Ainazi stolz. Im Hafen von Salacgriva werden nicht nur Holzfrachten umgeladen, sondern hier gibt es auch einen Fischereihafen und einen Jachthafen. Salacgriva ist ein sehr beliebter Ferienort mit einem großartigen Strand, Hotels und Restaurants, die ihren Gästen das Angeln anbieten. Ainazi ist eine interessante und ruhige Kleinstadt an der estnischen Grenze.

Zuletzt aktualisiert: 
16.10.2014