Die ersten Burgen wurden vor mehr als 1.000 Jahren errichtet, doch diese hölzernen Burganlagen, traditionell auf Ringwallen gebaut, sind leider nicht erhalten geblieben. In Araisi wurde laut den bei Ausgrabungen gefundenen Überresten eine Burg der Letgallen nachgebaut, genauso wie diese Burg im 9. – 10. Jahrhundert ausgesehen hat. In Lielvarde hat der Künstler Agris Liepins eigenhändig die Burg des Häuptlings Uldeven im Stil der Burganlagen der alten Letten nachgebaut.
Weitere Burgen entstanden mit dem Einzug der deutschen Kreuzritter im 12. – 13. Jahrhundert. Diese Burgen und Festungen wurden bereits aus Stein errichtet, um das eroberte Gebiet zu schützen. Viele diese Burgen sind längst Ruinen — in Tervete, Ludza, Lielvarde, Bauska und an weiteren Orten. Erhalten geblieben ist das Rigaer Schloss, wenn es auch im Laufe der Zeit erweitert und umgebaut wurde.
Von der Ordensburg des 14. Jahrhunderts ist wenig erhalten geblieben. Hier war der Sitz des Magisters des livländischen Ordens, des kurländischen und semgallischen Herzogs, des Generalgouverneurs von Polen, der staatlichen Behörden des russischen Zaren, und heutzutage, genauso wie zu Zeiten des ersten Freistaats, ist das Schloss der Sitz des lettischen Präsidenten. Wenn Sie den Turm des Heiligen Geistes (Svētā Gara Tornis) anblicken, achten Sie auf die Flaggen — ist der Präsident in Lettland, ist die Standarte gehisst, wenn ein ausländisches Staatsoberhaupt zu Gast ist, ist die Flagge dieses Staates gehisst. Am Rigaer Schloss können Sie den Wechsel der Ehrenwache beobachten, dort befinden sich auch das Nationale Historische Museum und das Museum für ausländische Kunst.
In Cesis können Sie beeindruckende Ruinen einer Burg des livonischen Ordens besichtigen, auch in Turaida befindet sich eine Ordensburg, in der ein Museum eingerichtet wurde, und im 38 Meter hohen Turm wird einmal jährlich ein Laufwettbewerb veranstaltet. In Ventspils wurde die ehemalige Ordensburg beachtlich umgebaut, hier befinden sich ein Museum und ein geschmackvoll eingerichtetes Wirtshaus.
Von der Ritterburg in Tervete sind nur Ruinen geblieben, doch einst stand hier die Burg des semgallischen Häuptlings Namejs. Heutzutage tragen viele Letten den nach ihm benannten Ring von Namejs, der wie eine sich windende Ringelnatter aussieht. Dieser Ring wird auch als Hochzeitsring verwendet. Im Krieg gegen die Kreuzritter blieben die Semgallen unbesiegt, auch wenn sie ihre Heimat verloren haben. Im Jahr 1281 sind sie, von Namejs angeführt, nach Litauen ausgewandert, und haben so ein Leben in Freiheit gewählt.
Die Burgen und Schlösser von Lettland sind vortreffliche Perlen der Architektur, das bedeutendste Beispiel ist das Schloss Rundale, das im Stil des Barocks und des Rokoko nach dem Entwurf vom Jahr 1736 des Architekten am Zarenhof Rastrelli, der vom kurländischen Herzog beauftragt wurde, gebaut wurde. Das Schloss wurde restauriert, hier können Sie Deckenmalereien, eine Porzellansammlung, antike Möbel bewundern. Der Schlosspark ist im französischen Stil mit fast 3000 Rosesorten angelegt. Im Schloss Rundale werden Empfänge der Präsidenten von Lettland veranstaltet. Ein zweites Werk von Rastrelli in Lettland ist Schloss Jelgava, wo der Inaugurationsball des Staatspräsidenten Valdis Zahlers veranstaltet wurde.
Das Schloss Jelgava ist auch mit einem anderen berühmten Namen zu verbinden. Um die Jahrhundertwende im 18. und 19. Jahrhundert nach der Großen Revolution in Frankreich fand hier der König von Frankreich Ludwig XVIII Zuflucht.
Mit den Burgen, Schlössern und Gutshöfen ist auch ein anderer berühmter Name zu verbinden — der Baron von Münchhausen, der berühmte Erzähler, der Enten durch den Schornstein geschossen hat, auf einer Kanonenkugel geflogen ist und sich samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat. Wie es auch sei, doch das Leben von Münchhausen im Gutshof von Dunte ist eine historische Tatsache. Er wurde in Deutschland geboren, hat in der russischen Armee gedient, in Riga gelebt, im Jahr 1744. hat der Leutnant Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen die Tochter von demm Richter und Baron von Dunten Jacobine geheiratet. Davon zeugt der Eintrag ins Kirchenbuch der Kirche von Pernigel in der Gemeinde Liepupe. Die schönsten Momente der 46 Jahre dauernden Ehe wurden in Dunte verbracht.
Fast in allen Schlössern und Burgen sind Museen mit reichlichen Beständen an historischen Zeugnissen eingerichtet, beliebt sind Mittelalter Festivals, wenn auch die Besucher ihre Handfertigkeit in Bogen- und Armbrustschiessen, Axtwerfen beweisen können, den Geheimnissen des Handwerks bei den Schmieden, Töpfermeistern und anderen Handwerkern auf dem Grund gehen können.


















