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Historisches Handwerk

In Lettland sind alte Traditionen und altes Handwerk immer noch erhalten geblieben, es fehlt nicht an Geschichtsenthusiasten, deren Hobby die experimentelle Archäologie ist. Auch die Besucher Lettlands können selbst bei historischem Handwerk mitmachen – sowohl Schmuckgegenstände schmieden und Korn mit den Steinen reiben, als auch Stühle flechten und Brot backen, so wie in den vergangenen Jahrhunderten.

Ist bestimmt interessant – eigene Souvenirs aus Lettland anzufertigen oder bei einem historischen Handwerker mitzumachen!

Alte Handwerk lernen

Altes Handwerk zu lernen erfordert keine großen Geldsummen, bringt jedoch interessante Erfahrungen und neue Eindrücke. Beinahe jedes Museum bietet Ihnen die Möglichkeit zum Mitmachen an, viele der Meister der traditionellen lettischen Handwerke zeigen Ihnen gern Ihre Fertigkeiten und das historische Handwerk, wie z. B. im Ethnographischen Freilichtmuseum in Riga, hier sind täglich Handwerker anzutreffen, die in einer Schmiede arbeiten oder Gebäude nach alten Traditionen bauen oder restaurieren.

An thematischen Tagen, in der Regel an den Wochenenden, lädt das Museum Meister zum Vorstellen ihrer Handwerke ein, die alltäglich woanders arbeiten.

Die größte alljährliche Veranstaltung mit der Beteiligung der besten lettischen Handwerkermeister ist der Jahrmarkt der angewandten Volkskunst, der als ein prächtiges Handwerkerfestival dient und am ersten Junisamstag und -sonntag stattfindet. Das ist eine der bedeutendsten und größten kulturellen Veranstaltungen in Lettland, die alljährlich zehntausende Besucher aus der ganzen Welt begeistert. Für Handwerker ist diese Veranstaltung ein Fest, worauf sie sich das ganze Jahr vorbereiten.

Am Jahrmarkt des Freilichtmuseums nehmen die besten Handwerker Lettlands teil, der Jahrmarkt gilt als eine Ausstellung der Volkshandwerkmeister. Der Tag des alten Handwerks im Freilichtmuseum findet am 12. September 2010 statt. An diesem Tag können Besucher bei folgenden alten Handwerken mitmachen: Weberei, Spinnerei, Birkenrindflechten, Zinngießen, Fassreifen, Lederverarbeitung, Schmuckschmieden, Kräutersammeln und Bernsteinverarbeitung. Am 4. Juli ist der Töpfertag, am 08. August der Tag der Handarbeiten, am 15. August der Tag der Flechter und Holzhandwerker, am 22. August der Tag der Rigaer Schmiede, am 19. September wird im Museum das Fest der Herbstsonnenwende, am 10. Oktober das Kartoffelehrenfest, und am 07. November das Fest des Martinstags gefeiert.

Ab in die Werkstätte!

Interessante Erfahrungen können Sie auch während der Feste und Folkloreveranstaltungen sammeln, die im Sommer in zahlreichen Städten Lettlands organisiert werden. Aber falls Sie die historischen Handwerke auf einem ernsteren Niveau versuchen und erlernen möchten, können Sie die Handwerkermeiser in ihren Werkstätten besuchen. In 2009 wurde in Lettland die Schule für traditionelle Fertigkeiten eröffnet, wo die Lettische Staatsagentur für geistiges Kulturerbe unterschiedliche Schulungen organisiert. In Begleitung erfahrener Meister können Besucher an Wochenenden Holzlöffel aushöhlen, Kerzen gießen, Tontöpfe fertigen und sogar eine lettische Spange schmieden. Diese Veranstaltungen werden sowohl von Ortsbewohnern und Staatsbeamten, als auch von Touristen besucht. Wann und wo die nächste Lehrveranstaltung der Handwerkerschule stattfindet, können Sie auf der Homepage der Agentur erfahren.

Selber Tontöpfe fertigen, das Schmiedehandwerk oder die Fertigung von Musikinstrumenten erlernen können Sie während einer Reise durch Lettgallen. Nähere Informationen zu den Meistern, die Handwerks in der russischen und deutschen Sprache unterrichten, finden Sie hier.

Kornreiben und Brotbacken

Historische Handwerke aus dem 9. und 10. Jahrhundert werden während eines Stadtfestes, eines Folklorefestivals oder eines mittelalterlichen Festivals in der „Werkstatt der historischen Zeiten” zum Mitmachen angeboten. Diese Gemeinschaft vereinigt Enthusiasten, deren Hobby experimentelle Archäologie ist. Einen Teil der historischen Handwerke – Kornreiben auf Steinen, Brotbacken nach alten Rezepten, Weberei oder Keramik-Herstellung ohne Töpferscheibe, Fertigung von historischer Kleidung und historischen Schmuckgegenständen werden auch Interessenten zum Mitmachen angeboten. Das Schmieden historischer Schmuckgegenstände oder livländischer Münzen können Sie beim Besuch des Juweliers Daumants Kalniņš im Museum von Cesis im Labor der experimentellen Archäologie versuchen. Mit unterschiedlichen Meistern des historischen Handwerks können Sie mittels der Galerie „Etnostils” Kontakt aufnehmen.

Bienen und Badehaus

Im Naturpark Laumu in der Region Talsi wurde der Bienenpfad, der einzige im Baltikum, eingerichtet. Die Wissensbegierigen können sich als Imker verkleiden und das Leben der Bienen im Bienenkorb erforschen oder die historischen Sitten der Imker  erleben und einen Baum mit dem historischen Imker-Gerät, dem Kletterstrick, hochklettern. In Ligatne, Im Park Vienkoču, können die Besucher nicht nur die Ruhe der Natur genießen und sich mit dem Blätterquast in einem historischen Badehaus schlagen, sonder auch bei der Fertigung eines Einbaum-Erzeugnisses oder eines Holzbildhauereiobjekts mitmachen oder einen kleinen Einbaum zum Mitbringen fertigen. Für diese Gegend typische Stuhlflechterei können Sie beim Besuch des Stuhlmuseums in Lejasbregži in Vaidava, unweit von Valmiera, erlernen.

Im Pastariņš Museum, unweit von Tukums, können Besucher jeden Frühling bei der Fertigung von Flechtzäunen und sonstigen Zäunen mitmachen, Brot backen – kleine Brotlaibe backen und das Selbstgebackene ausprobieren. Mit einer historischen Handmühle können die Besucher selber mahlen. Im Dezember – das Backen der Sklandrauši. Hier finden Webereivorführungen statt, Besucher können beim Butterschlagen und sonstigen historischen Landarbeiten mitmachen.

Brotbacken

Im Brotmuseum in Aglona findet man historische Alltagsgegenstände, die Besucher können auch eine Handmühle, Saatkörbe und Stößel benutzen. Die traditionelle, alte nordkurländische Speise Sklandurauši können Sie auf dem Biobauernhof Ūši (in Kolkas rags)backen, in der Brotbäckerei "Lāču maize" in Babīte, unweit von Riga, können Sie die Geheimnisse des Backens eines echten lettischen Roggenbrotes entdecken sowie selber einen kleinen Brotlaib backen. Nach alter Tradition wird das Brot in Holzbacktrögen gesäuert und in einen holzgefeuerten Brotofen mit einer Brotschaufel aus Holz zum Backen gegeben. Geheimnisse des Brotbackens können Sie auch im Selonenhaus von Aknīste herausfinden, wo der Teig mit dem Wasser eines Kultbrunnens eingemischt wird.

Keramik und Korbflechten

Das Keramikhandwerk können Sie bei zahlreichen Töpferwerkstätten - Brennöfen verfolgen, wie z. B. in der Werkstatt von Olga und Voldemārs Voguļi. Sie bieten den Besuchern die Möglichkeit an, auf einer Töpferscheibe ihre eigene Tasse zu fertigen, ihren Namen einzugravieren und das hergestellte Stück nach dem Ausbrennen im Ofen abzuholen. Die Keramiker berichten über die Geschichte der Töpferei und bieten den Besuchern leckere Heilkräutertees an. In der berühmten Keramik-Werkstatt Ušpeļi in der Region Rezekne kann jeder ein Svilpavnieks fertigen und beim Geschirrdrehen mitmachen. Am Bauernhof „Mežmalas” können Sie das Flechten von Spankörben lernen.

Das Weidenrutenflechten zeigt jedem Interessenten Guntars Āboliņš - (Kr. Voldemāra iela 8-24, Rēzekne, Tel. 46 37202, 6454969). Fertigkeiten der Schmiedekunst bringt Ihnen der Schmied Jānis Lupka am Bauernhof “Pauguri”, Gemeinde Nautrēnu, Region Rezekne, Tel. 9111736, bei.

Falls Sie Lettgallen besuchen, können Sie die Weberei bei Weberinnen von Izvalta lernen, oder in der Nähe von Liepaja, in Nica, können Sie Frau Regīna Kalniņa besuchen und das Weben an einem Webstuhl versuchen sowie sich die prächtige Volkstracht von Nica ansehen.

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Zuletzt aktualisiert: 
15.07.2014