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Jugendstil in Liepāja

Experten haben schon vor langer Zeit herausgefunden, dass nicht nur Lettland´s Hauptstadt Riga, sondern auch Liepaja, die drittgrößte Stadt des Landes, stolz auf eine Vielzahl von Jugendstilbauten sein kann. Die Stadt hat wunderschöne Jugendstilbauten mit dazugehörigen Deckenbemalungen in den Treppenhäusern, die bis heute überlebt haben. Bemerkenswert sind außerdem die Schnitzereien und Holzverzierungen an den Fassaden der Gebäude.

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Die Jugendstilarchitektur in Liepaja ist zurückhaltend und prägnant. Es passt sich insgesamt sehr harmonisch in die Gebäudecharakteristik der Bauten ein. Die meisten der Jugendstilbauten sieht man entlang der Graudu, Dzintaru und Liepu iela. Die Bauten entlang der Graudu iela stammen aus den frühen 20er Jahren und besitzen außerdem Elemente der Romantik und des Eklektizismus.

Die Altstadt von Liepaja hat mit ihren historischen Holz- und Steinhäusern eine besondere Ausstrahlung. Die Gäste der Stadt können einen schönen Spaziergang durch die engen, gepflasterten Straßen und dem Stadtpark machen. Der Park ist mit seiner landschaftlichen Gestaltung und den alten Holzbauten besonders attraktiv. Der Jugendstil in Liepaja wirkt romantisch und harmonisch. 2011 und 2012 sind mehrere Veranstaltung zur Förderung des internationalen Interesses an das Jugendstil in Liepaja geplant.

2003 beherbergte die Den Haager Zentralbibliothek eine Ausstellung mit dem Titel „Jugendstil in Lettland“, die der breiten Öffentlichkeit einen Einblick in die Architektur Lettlands zweitgrößter Jugendstilstadt Liepaja gegeben hat. Dann reiste die Ausstellung nach Berlin, Baden-Würtenberg, Liepajas Partnerstadt Darmstadt und anderen deutschen Städten, Tallinn und Moskau weiter.

Die Hintergrundidee der 2010 durch eine Reihe erfolgreich durchgeführter Promotion-Aktionen der Jugendstilstadt Liepaja war der 170. Jahrestag des herausragenden Architekten Max Paul Bertschy. Er war von 1871 - 1902 der leitende Architekt der Stadt, der Ende des 19. Jahrhunderts das Erscheinungsbild Liepajas entscheidend geprägt hat. Er benutzte sowohl bei Wohnanlagen als auch bei öffentlichen und gewerblichen Bauten Techniken der Backsteinarchitektur. Damit bewies er auch, dass man Industriegebäude in eine schöne architektonische Form kleiden kann.

Die Architekturliebhaber werden auch eine weitere Besonderheit von Liepaja zu schätzen wissen - das sind die Jugendstilbauten in Karosta. Karosta ist das größte militärische Gebiet im Baltikum, das sich in der Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert entwickelte. Karosta ist nicht nur für Lettland ein faszinierender, paradoxer und einzigartiger Ort. Er ist auch weltweit einzigartig in seiner Geschichte und Architektur. Dieser Ort reflektiert auf seine eigene Weise die Interaktion von russischer Militäreleganz und sowjetischem Militarismus.