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Krebsfang

In einem feinen Restaurant werden Feinschmeckern Hummer serviert, in Lettland kann dieser Genuss zu einem viel spannenderen Erlebnis werden. Bei uns kann man zwar keine Hummer fangen, aber hier leben Krebse, deren Köstlichkeit nicht zu unterschätzen gilt. Die Krebse spät am Abend fangen, am Seeufer eine Krebssuppe mit Dill kochen und leckeres lettisches Bier trinken – das ist ein unvergessliches Erlebnis.

  • Krebs in der Hand
  • Foto: Lauku ceļotājs

Die Fangsaison für Krebse beginnt am 1. Juli, man muss aber hervorheben, dass der Krebsfang nur für Inhaber der entsprechenden Lizenz erlaubt ist. Man kann die Krebse mittels einer Falle oder auch mit der Hand fangen. Eine Krebsfalle oder Krebsreuse kann in einem Angelgeschäft gekauft werden, man füllt sie mit Angelköder, Krebse mögen am besten verfallenes Fleisch, dann stellt man die ins Wasser und wartet bis es dämmert und der Krebs in der Falle sitzt.

Für erfahrene Krebsfänger ist dieses Verfahren zu langweilig, viel spannender ist es den Krebs mit der Hand zu fangen. Man geht selber ins Wasser und untersucht mittels einer Taschenlampe sorgfältig den Boden. Hat man einen Krebs bemerkt, so sollte man auf seinen Rücken schnell zugreifen. Da Krebse zwei Scheren haben und diese zur Abwehr benutzen können, ist hier ein aufmerksames Vorgehen sehr wichtig.

Der Krebsfang ist nur in einigen, durch das Landwirtschaftsministerium zugelassenen, Orten erlaubt. Im Jahre 2010 sind es folgende Seen Aģes ezers, Dziļezers, Kukšu ezers, Lādes ezers, Lielauces ezers, Puduļu ezers, Fluss Salaca in Salacgrīva, Wasserbecken Tērvetes (Gulbju), Vaidavas ezers. Nähere Angaben zu den Seen findet man hier. Die entsprechende Lizenz kann man vor Ort von dem Betreiber des Wasserbeckens erwerben. Die Preise sind unterschiedlich – 5 bis 15 LVL kann eine einmalige Lizenz kosten.

Unterschiedlich ist auch der erlaubte Fangumfang. So z.B. in den Seen Aģes und Lādes darf man bis 50 Krebse in 24 Stunden fangen, in Kukšidabei nur 20, in dem beliebtesten WasserbeckenTērvete -40. In Salaca darf man nur die nach Lettland eingeführten, für diese Fauna fremden Signalkrebse fangen, dafür ist der Fangumfang unbegrenzt. Die benötigte Ausrüstung – Boot und Reusen – kann man vor Ort mieten.

Für den Krebsfang gelten auch die Angel-Regeln. Der Krebs sollte mindestens 10 cm,gemessen von seiner ”Nase” bis zum Ende seines Hinterleibs groß sein. Verboten ist der Krebsfang von 1. Oktober bis zum 30. Juni, die “schwangeren” Krebsweibchen werden während des ganzen Jahres geschützt. Die Krebse darf man nicht als Angelköder verwenden.

Die erfahrenen Krebsfänger empfehlen die Männchen zu fangen und die Weibchen freizulassen. Für eine erfolgreiche Paarung der Krebse ist ein Männchen für drei Weibchen genügend. Wenn es zu viel große Männchen gibt, nehmen sie die besten Höhlen ein und das kann andere Krebse sogar stören.

Für eine köstliche Krebssuppe gibt es dieses einfache Rezept: Krebse in kochendes Wasser legen, Knoblauch, Dill, Salz, Pfeffer oder auch Zitronensaft hinzufügen. Am besten schmeckt der Hinterleib, wenn man ihn auslutscht. льно высосать.