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Kurländische Küste

Die kurländische Küste ist eine der unberührtesten und gleichzeitig schönsten Gegenden Lettlands, wo sich unberührte Natur mit gern aufgesuchten Stränden und modernen Hafenstädten abwechselt. Interessante Naturobjekte und eigenartige kulturhistorische Gegenden machen die kurländische Küste aus.

  • Die Ostsee und die Rigaer Bucht begegnen einander am Kap Kolka
  • Foto: Dundagas TIC arhīvs
  • Leuchtturm Kolka auf der Insel
  • Foto: Dundagas TIC arhīvs
  • Steilküste Jūrkalne
  • Foto: Lauku ceļotājs
  • Kap Kolka im Winter
  • Foto: Dundagas TIC arhīvs

Die kurländische Küste ist die Küste der Ostsee oder „Dižjūra“ im Westen Lettlands. Viele Jahre lang war hier das Territorium gesperrt, denn die kurländische Küste war die Westgrenze der ehemaligen UdSSR. Dank dieser Tatsache kann die kurländische Küste auf ihre unberührte Natur stolz sein, außerdem ist sie jetzt für die Besucher zugänglich und ihren Zauber kann jeder entdecken. Wanderungen an der Seeküste entlang, müßiges Liegen an den sonnigen Stranden, Bernstein-Sammeln (wie man ihn von anderen Steinen unterscheiden kann, werden die einheimischen Einwohner erzählen können), geräucherte Fische genießen, Windsurfen oder Kiteboarden... Das alles bietet Ihnen die kurländische Küste an.

Naturschutzgebiete und unberührte Strände

Die kurländische Küste fängt in Süden Lettlands in der Nähe von Nida an. Im Dorf Nida befindet sich nicht nur das außergewöhnliche Fischerhof „Gaigalas”, dessen Besitzer um das Haus herum eine interessante Exposition gestaltet haben, sie besteht nämlich aus Gegenständen, die vom Meer ausgespült worden sind. Ebenso befindet sich hier ein für Lettland untypischer Kieselstrand – 25 m breiter, 0,5 m hoher, natürlicher Küstenwall aus Kieselsteinen.

Nördlich von Nida befindet sich Pape – ein altes Fischerdorf mit Bebauung aus dem 19. Jahrhundert, als auch das Naturschutzgebiet Pape (Papes dabas parks). Es ist in den Territorien eingerichtet, die dem Pape See anliegen und wichtige Migrationsorte für Vögel sind. Im Naturschutzgebiet Pape sind mehrere Erkundungspfade und Vogelbeobachtungstürme eingerichtet, in den Wiesen um den Pape See gibt es Weiden für Wildpferde – dort leben im Freien Tarpane und sogar Auerochsen!

Auf der Strecke von Pape bis Liepāja (dt. Libau) zeichnet sich die unberührte kurländische Küste mit hohen Dünen in Jūrmalciems aus. Eine alte Sage erzählt, dass man von diesen Dünen aus in den Himmel steigen könnte. Bernāti (dt. Bernaten) ist dagegen der am westlichsten liegende Punkt des lettischen Festlands. Der sandige Strand von Bernāti ist mit seinen vielen Campings und Gasthäusern ein beliebter Erholungsort für viele Sommerurlauber.

Windstadt Liepāja

Als die Perle der kurländischen Küste gilt ganz berechtigt Liepāja – die drittgrößte Stadt Lettlands, die auf einem 2 Kilometer breiten Erdstreifen zwischen dem Meer und dem Liepājas ezers (dt. Libauscher-See) entstanden ist. Liepāja wird als die Windstadt und die lettische Rock-Hauptstadt bezeichnet; jeden Sommer finden hier Festivals statt: das großangelegte Musikfestival „Summer Sound Festival” und das Rockfestival "Fontain". Liepāja wird von Urlaubern und Künstlern sehr geschätzt.

Liepāja bietet nicht nur breite, sandige Strände, sondern auch interessante kulturhistorische Sehenswürdigkeiten an, insbesondere das militärische Erbe. Liepāja ist von einem aus dem 19. Jahrhundert erhaltenen Festungs- und Fortsystem umrandet, im Norden von Liepāja gibt es sogar eine separate Stadt - Karosta – ein ehemaliger Kriegshafen. Er wird gerne von Touristen besucht und ist ein einzigartiger Baukomplex aus Militär- und Fortifikationsbauten, die direkt an der Küste der Ostsee liegen. Unvergessliche Erlebnisse wird Ihnen aber der Besuch des Gefängnisses im Kriegshafen (Karostas cietums) sichern – insbesondere mit dem Spezialangebot: eine Nacht im Gefängnis.

Ostsee-Steilküste

Wenn man sich weiter nördlich von Liepāja begibt, am Rande der Autostraße Liepāja – Ventspils ist in der Gemeinde Medze die Urküste des baltischen Eissees gut zu sehen – 30 m hohe Küstenstufen, von denen aus sich eine landschaftlich schöne Sicht auf das Küstentiefland öffnet. Nicht weit von Pāvilosta (dt. Paulshafen) befindet sich das Reservat Grīņi (Grīņu rezervāts) – naturgeschütztes Territorium mit Fundorten der Heideglocke, einer Pflanze, die in der Liste gefährdeter Arten eingetragen ist.

Ein Paradies für Freunde dvon Freizeitaktivitäten ist die Kleinstadt Pāvilosta. Jeden Sommer wird sie von Surfern aus ganz Lettland, die die unberührten Strände von Pāvilosta und den Zauber des kleinen Hafens liebgewonnen haben – den frisch geräucherten Fisch, die Möglichkeit, selber in die See zum Fischen zu fahren. Am Strand von Pāvilosta, 100 m von der Küste entfernt, ist der größte, im Meer liegende Stein der lettischen Ostseeküste zu sehen.

Jūrkalne ist wegen seiner ungewöhnlichen Natur bei Touristen sehr beliebt – an der Strecke zwischen Pāvilosta und Sārnate ist eine eindrucksvolle Schöpfung der Natur zu sehen – die Ostsee-Steilküste (Baltijas jūras stāvkrasts). Es handelt sich um eine bis zu 20 m hohe Steilwand, die sich in einer Länge von dutzenden Kilometern erstreckt. Übrigens, in der Nähe von Jūrkalne gibt es auch eine ungewöhnliche Holzbrücke über den Fluss Rīva mit einer alten Mühle.

Freizeitaktivitäten und interessante Reiseziele in Ventspils (dt. Windau)

Im Westnorden der kurländischen Küste liegt noch ein bedeutender Hafen Lettlands – Ventspils. Eine sympathische, gepflegte Stadt mit vielen Erholungs- und Besichtigungsmöglichkeiten und einem Strand, den bereits seit 1999 die blaue Flagge ziert, die von einer den internationalen Standards entsprechenden Wasserqualität und gut eingerichteten Umgebung zeugt.

In Ventspils gibt es viele interessante Sehenswürdigkeiten, z. B. die Schmalspurbahn und die Ordensburg Venstpils. Ebenso interessant ist die Hafenpromenade, die die Stadt zum attraktiven Reiseziel macht. In der Stadt wird viel Aufmerksamkeit den Freizeitmöglichkeiten geschenkt, deswegen bieten der Abenteuerpark Ventspils (Ventspils piedzīvojumu parks) und das Erlebnisschwimmbad Ventspils (Ventspils akvaparks) im Sommer ausgezeichnete Möglichkeit für Freunde der Freizeitaktivitäten, im Winter kann man dagegen die Winterfreuden auf dem Hügel "Lemberga hūte" genießen. Die Stadt ist ideal für den Familienurlaub.

Livenküste (Līvu krasts)

Der am weitesten liegende Strand der kurländischen Küste ist sogar bis zum Kap Kolka (Kolkas rags) teilweise ganz von der Zivilisation unberührt geblieben, teilweise verschönern ihn Fischerdörfer. Ovišrags mit dem ältesten funktionierenden Leuchtturm in Lettland, Miķeļtornis (dt. Pissen) mit dem höchsten Leuchtturm im Baltikum, das achtgrößte Radioteleskop weltweit – dsas Radioteleskop von Irbene ist hier zu finden, das während der UdSSR-Zeiten ein geheimes militärisches Abwehrzentrum war.

Von Oviši bis zu Kolka erstreckt sich die Livenküste (Lībiešu krasts) oder Līvōd rānda. Es ist ein kulturhistorisches Gebiet, wo Liven – ein finno-ugrisches Volk – gelebt hat, heutzutage leben nur noch ein paar Hundert Menschen hier, die zu diesem Volk gehören. Die Livenküste ist wegen ihrer alten Fischerdörfer (Lielirbe, Košrags, Pitrags, Saunags, dessen Bebauung unter Denkmalschutz steht), alten Traditionen, leckeren geräucherten Fischen und der Erholung am ruhigen Meeresstrand beliebt.

Kap Kolka (Kolkas rags)

Das nördliche Ende der kurländishen Küste ist ein Teil des Territoriums des nationalen Naturschutzgebiets Slītere (Slīteres nacionālais parks), eines der interessantesten Objekte ist aber der Kap Kolka (Kolkas rags) – der größte Kap in Lettland, wo die Ostsee den Wellen der Rigaer Bucht begegnet, infolge dessen eindrucksvolle Wirbel gebildet werden, die gefährlich für Schwimmer werden können. Kap Kolka (Kolkas rags) ist ein einzigartiger Ort, wo man sowohl den Sonnenaufgang aus dem Meer, als auch Sonnenuntergang ins Meer beobachten kann, es ist ein Paradies für die Liebhaber des Segelsports, aber ein gefährlicher Ort für Schifffahrer.

Wegen der komplizierten Schifffahrtsverhältnisse sind in der Nähe von Kolka mehrere Schiffe gesunken, und es gibt heute noch Legenden über Piraten, die absichtlich die Schiffe irregeführt haben, damit sie auf die Seebänke geraten und sie sie berauben können, zudem sollen sie den verstorbenen Seemännern die Stiefel zusammen mit Beinen abgeschnitten haben. Immer noch kann man im Aquatorium des Kaps Kolka viele untergegangene Segelschiffe erblicken, die äußerst attraktiv für Taucher sind.