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Naturschätze und Volkstraditionen

Ohne Übertreibung kann mit Sicherheit gesagt werden, dass Lettland einzigartig ist. Der größte Schatz Lettlands ist seine Natur und kulturelle Vielfalt und natürlich, seine Menschen. Lettland verfügt über eine außergewöhnliche geographische Lage – Lettland gilt als Brücke zwischen West und Ost. Lettland kann auf seine 500 Kilometer lange, sandige Ostseeküste stolz sein. Die Hälfte Lettlands ist mit unberührten, natürlichen Wäldern bedeckt. Das Klima Lettlands zeichnet sich durch seine ausgeprägten und deutlich zu unterscheidenden vier Jahreszeiten aus. Die Menschen in Lettland schätzen Familienwerte und die Natur, leben ein wenig zurückgezogen, aber gegenüber der Kultur anderer Völker tolerant. Auch die lettische Kultur ist etwas ganz Besonderes – sie hat sich über die Jahrhunderte mit anderen Kulturen vermischt, konnte jedoch die lettische Besonderheit bewahren.

  • Traditionelle heidnische Broschen
  • Traditionelles Sänger- und Tanzfest
  • Bauernhof bei Jēkabpils
  • Ostsee bei Ventspils
  • Eiche bei Dikļi
  • Mittsommerfeier im Saldus

Lettland hat ein reiches kulturhistorisches Erbe, eine alte Sprache (Lettisch, das neben Litauisch, die einzige gegenwärtig noch erhaltene baltische Sprache ist). Ein einmaliger Wert sind die bis heute erhalten gebliebenen, zahlreichen lettischen „Runen” – Dainas und die Volkslieder, ähnliche gibt es nirgendwo auf der Welt. Die Dainas wurden von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen. Die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes umfasst auch das historische Zentrum von Riga. Besonders einzigartig ist der Lielvārdes josta (Gürtel aus Lielvarde) – ein Element der Volkstracht, das laut Wissenschaftlern Informationen über den Kosmos und die Herkunft der Letten beinhaltet.

Forscher behaupten, dass die Urahnen der Letten besondere Menschen waren, die mit den Göttern kommunizieren konnten und Zauberer waren. Lettland hat sein eigenes Stonehenge – den Pokainu-Wald, einen alten  heiligen Ort mit ungewöhnlichen Steinmonumenten und einer besonderen Energie. Es wird behauptet, die Energie des Pokainu-Waldes sei vom Weltall aus sichtbar!

 Ein ebenso geheimnisvoller Ort ist Zilais kalns (Blauer Berg) – eine Erhebung im nordwestlichen Vidzeme, erwähnt in zahlreichen Legenden, nicht weit von Valmiera. Dieser von einem blauen Nebel umgebene Hügel liegt in der Mitte einer sumpfigen Ebene. Er ist eine alte Kultstätte, wo sich ein heiliger Hain und ein Tempel befanden. Noch in den 70-er des 20. Jahrhunderts lebte am Fuße des Zilais kalns Zilakalna Marta – eine hervorragende Heilpraktikerin und Wahrsagerin. Die von ihr vollbrachten Wunder werden immer noch erwähnt.

Eine andere Legende erzählt, dass ausgerechnet in Lettland die alten Schätze der Templer und der mythische Heilige Gral zu suchen sind. Historiker haben die Hypothese aufgestellt, dass die Schätze des Templerordens sowohl in der Gegend von Talsi als auch in Aluksne auf dem Tempelberg zu suchen sind. Dies wurde während des Zweiten Weltkriegs sogar von den Nazis überprüft. Es gibt auch moderne Legenden, z. B. die ungewöhnliche, aber offiziell bestätigte Geschichte über das Wunder von Salaspils – im Herbst 2009 erschien in der orthodoxen Kirche von Salaspils auf dem Glas, hinter dem sich die Ikone der Allheiligen Gottesgebärerin «Die Erheiterin der Traurigen» befand, eine nicht vom Menschen geschaffene Spiegelung der Gottesmutter!  

In Lettland achtet man auf Traditionen und obwohl die Letten ein christliches Volk sind und mächtige Kirchen errichtet haben (Rigaer  Dom, Basilika in Aglona, Kirche von Skaunes in Latgale), sind in Lettland die heidnischen Traditionen immer noch zu finden. Es werden immer noch die Dainas wiedergegeben, alte Sonnenwendfeste gefeiert, insbesondere das Johannisfest, wenn die Menschen in der kürzesten Nacht des Jahres am Feuer den Morgen erwarten, nackt durch taufrische Wiesen laufen und nach der sagenhaften Farnblume suchen.. Die Letten sind immer noch begeisterte Sänger – Volkslieder sind eine Art lettische Mediation. Beliebt ist weiterhin auch das Sänger- und Tanzfest, wenn zehntausende Sänger und Tänzer aus ganz Lettland zusammenkommen, um sich zum gemeinsamen Gesang oder Tanz zu vereinigen.

Dies sind jahrhundertelang erprobte Werte und unerschöpfliche Traditionen, jedoch ist Lettland auch in der Moderne und Gegenwart einzigartig. Die Verbindung zum heidnischen Erbe hindert die Letten daran, moderne europäische Bürger zu sein. Wir können auf unsere kulturellen, wirtschaftlichen und technischen Errungenschaften stolz sein, z. B. überraschten die Letten sowohl auf der „EXPO  2010” als auch bei der Abschlusszeremonie der olympischen Spiele von Turin die ganze Welt mit einem außergewöhnlichen Flug in einem vertikalen Windtunnel – die Jungs von „Aerodium” sind die einzigen Menschen auf der Welt, die solch ein Kunststück vollbringen. Jeder in Lettland kann diese Möglichkeit – zu fliegen wie ein Vogel – im vertikalen Windtunnel „Aerodium” in Sigulda nutzen.