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Region Suiti

Im westlichen Livland, in der Umgebung von Alsunga, Gudenieki und Jurkalne, liegt eine der einzigartigsten Regionen nicht nur in Lettland, sondern auf der ganzen Welt. Es handelt sich um die Region Suiti mit ihrer ethnographischen Einzigartigkeit.

Die Region Suiti ist ein Phänomen der lettischen Kultur. Bereits seit vier Jahrhunderten gilt diese Region als eine katholische Insel in den umliegenden lutherischen Regionen. Dank dem starken Einfluss der katholischen Kirche und dem Zusammenwirken der lettischen, livischen, polnischen und deutschen Kulturen konnte sich in diesem Gebiet eine einzigartige Kultur und Identität entwickeln und bis heute überleben. Deshalb wurde der Kulturraum Suiti 2009 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Bis zum Beginn des 17.

Jahrhunderts war der katholische Glaube im Herzogtum Kurland verboten, jedoch 1632 wurde der Herrscher der Region Alsunga, Johann Ulrich von Schwerin, katholisch und somit waren die Einwohner dieser Gegend gezwungen, von lutherischem zum katholischen Glauben zu wechseln. Der Protest war so groß, dass Johann Ulrich von Schwerin 1637 vergiftet wurde. Jedoch blieb die Region bei ihrem neuen Glauben. Da es überall Lutheraner gab, und die Suiti noch im letzten Jahrhundert nicht Andersgläubige heiraten durften, haben sich in der Region Alsunga Traditionen entwickelt, die sonst nirgendwo in Lettland zu finden sind.

Wenn Letten den Namen Suiti hören, fallen ihnen Sängerinnen in prächtiger Volkstracht ein – die Suitu sievas (Suitu-Frauen), die mit ihren scharfen Zungen und dem einzigartigen, langgedehnten, historischen mehrstimmigen gēēēēēēēēēē-ōōōōō-Bordungesang immer bereit sind, jeden scharfsinnig zu besingen, selbst den Staatspräsidenten. Und mit diesem Gesangstil ist die Gruppe Suitu Sievas weltberühmt geworden. Heutzutage leben im historischen Suitu-Gebiet nur noch ca. 2 000 Einwohner der Suiti-Herkunft.

Das Suiti Gebiet umfasst jedoch nicht nur den mehrstimmigen Frauengesang und prächtige Volkstrachten, sondern auch eigene Traditionen, Mentalität, einen eigenen Dialekt, einen reichen Liederschatz und traditionelle Speisen sowie die Fähigkeit den Namen Lettlands ehrenhaft auf internationalem Niveau zu vertreten. Die Region Suitu ist ein Touristenmagnet. Die Steilwände der Steilküste von Jurkalne mit in die Ostsee reichenden Kiefern, endlose Sandstrände, tiefe Seen, Wälder voller Beeren und Pilze, sich windende Schotterstraßen, Feld- und Waldlandschaften, alte Kirchen, Schlösser und Landgüter, Gaststätte von Jurkalne und Alsunga, Frauengesang, bunte Volkstrachten, einzigartige Tradition und Sprache – das alles kann nicht ohne Bewunderung bleiben.

Die Region Suitu ist sehr vielfältig. Jeder Besucher findet etwas Interessantes für sich. Diese Region bietet nicht nur eine schöne Natur, sondern auch eine reiche Geschichte und lebendige traditionelle Kultur an. Hier leben immer noch die alten Traditionen weiter, die anderswo schon vergessen sind, z. B. Hochzeits- und Beerdigungsrituale. Seit 2004 fanden in der Region Alsunga bereits drei internationale Bordun-Festivals statt, die im Rahmen dieses alten, in der Notenschrift sehr schwer auszudrückenden Gesangstils musizierende Sänger aus Frankreich, Georgien, Ungarn und Estland zusammenführten.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Region sind die malerische Stadt Alsunga mit einer livländischen Ordensburg, einer katholischen Kirche und einem Burgberg. Jurkalne mit der eindrucksvollen Ostsee-Steilküste und beliebten Ferienorten und Gudinieki, wo Naturliebhaber und Kinder die Wacholdergruppe von Gudenieki erforschen können. Das ist einer der größten Wacholderreinbestände im Baltikum mit einem Naturschutzgebiet, gepflegten Naturpfaden und Informationstafeln. Im Naturschutzgebiet findet man auch eine Biberbehausung und vielfältige Biotope, die von Vögeln bevorzugt werden. Wenn man Glück hat, sind auch Kraniche zu beobachten.

Spaß und Abenteuer verspricht auch die Murmeltier-Farm in Alsunga in "Reģi". In der Region Suitu gibt es zwei Informationszentren: in der Bibliothek von Alsunga (Tel. +371 63351343) und auf dem Gemeindeamt Jurkalne (Tel. +371 63697131).

Zuletzt aktualisiert: 
18.12.2014