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Sehenswürdigkeiten der sakralen Kunst

Unter diesem Himmel gibt es genügend Platz für Gotteshäuser unterschiedlicher Konfessionen – für Katholiken, Lutheraner, Russisch-Orthodexe, Altgläubigen (Altorthodoxen), Juden, Baptisten, des Siebenten-Tags-Adventisten, für Armenisch-Apostolische-Kirche ... Hier leben Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit. Sogar in einem kleinen Dorf kann man Kirchen und Gebetshäuser von zwei oder drei Konfessionen vorfinden. Durch die verwickelte Geschichte von Lettland und der schöpferische Geist seiner Einwohner liess diese Gotteshäuser zu bestaunenswerten Sehenswürdigkeiten werden.

Durch die Jahrhundert hindurch und mit Unterstützung der herrschenden Regierung dominierte jeweils in Lettland eine der drei grossen Konfessionen (Katholiken, Lutheraner und Russisch-Othodoxe), darum stehen in Rīga neben den etwas kleineren und einfacheren Gotteshäusern majestätische Kathedralen. Die Kenner der Kulturgeschichte werden in den Gewölben und Vitragen „Abdrücke” fast aller in Europa bekanntesten Kunst- und Architekturstile entdecken. Doch für „Perlensucher” der sakralen Kunst wäre interessant nicht nur die Hauptstadt von Lettland, den Dom, die Hl.-Petri-Kirche und die Russisch-Orthodoxe Christi-Geburt-Kathedrale sondern auch Kleinstädte und Dörfer zu besuchen. Zum Beispiel nach Ļaudona in der Gegend von Madona zu fahren, wo in der 1863 gebauten und eingeweihten russisch-orthodoxen Kirche nun drei Kirchengemeinden zusammen leben – die russisch-orthodoxe, evangelisch-lutherische und katholische Gemeinde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude stark beschädigt, doch während der Sowjetzeit wurde darin eine Bibliothek eingerichtet.

Katholiken und Altgläubigen in Latgale

Die an die sakrale Kunst in Lettland Interessierte werden von dem selbstverständlichen Zusammenbestehen zweier christlichen Richtungen – der westlichen Kirche (Katholizismus und Protestantismus) und der östlichen Kirche (Altgläubigen und Orthodoxen). Unvergessliche Sehenswürdigkeiten bietet Latgale, das Zentrum des Katholizismus in Lettland, wo vom starken Glauben der Einwohner die draussen aufgestellten Kruzifixe und der international bekannte Pilgerort Aglona zeugen. In Latgale gibt es auch viele russisch-orthodoxe Kirche, die wertvolle Gegenstände der sakralen Kunst besitzen. Ein gutes Beispiel dafür ist die russisch-orthodoxe Kirche von Šķeltova in der Gegend von Aglona, die ein Architekturdenkmal von nationaler Bedeutung ist. Das ist die einzige 1836 gebaute Kirche, die ihren ursprünglichen Empirestil erhalten hatte. Das kleine aus Holz gebaute Gotteshaus mit seinen weissen Säulen befindet sich am Strassenrand, auf einem vom Birkenhain umhüllten Friedhof.

Die grösste Überraschung in Latgale werden sicherlich die kleinen und geheimnisvollen Gotteshäuser der Altgläubigen bereiten. In den Städten sind sie aus Ziegel gebaut, in den Dörfern erkannt man sie an die bunte Bemalung. Die Gemeinde der Altgläubigen ist in eine in siche geschlossene Gemeinde, darum sollte man nicht erwarten, dass die Türen der Gotteshäuser den ganzen Tag offen stehen. Wenn man sich aber im Voraus anmeldet, werden die Räumlichkeiten der Gebetshäuser den wohlgesinnten Besuchern Jahrhunderte alte Traditionen und Perlen der sakralen Kunst darbieten.

Kirchen in Kurzeme

In Kurzeme, dem Herzen des früheren Herzogtums von Kurland haben sich nicht nur die schönen katholischen und evangelisch-lutherischen Kirchen in den Städten erhalten, wo die Sitzbänke die Berührungen der Gläubigen aus dem Mittelalter bewahren, sondern auch die kleinen und stillen Kirchen am Strand sind gut erhalten geblieben. Diese kleinen Kirchen haben keinen Kirchturm (um die Seefahren nicht zu verwirren) und an den Decken der Innenräume sind Modelle der Segelschiffe angefestigt.

Kurzeme wird ihre Besucher mit unvorstellbaren Holzschnitzereien und Deckenmalereien im Barock- und Rokokostil  überraschen, die von einheimischen Künstlern angefertigt wurden und die oft sogar keinen Familiennamen hatten. Merken Sie sich die evang.-lutherisch Kirche von Apriķi in der Gegend von Aizpute! Dieses kleine Gotteshaus, das Anfang 17. Jahrhundert als Privatkirche für den Gutsherren gebaut wurde, ist eines der am reichsten gestalteten Beispiele des Barock- und Rokokostils.

Orgeln in den Kirchen

Die sakrale Kunst von Lettland wäre unvollständig ohne ... die Musik. In Lettland gibt es rund 300 die so genannten historischen Orgeln, nämlich bis 1945 gebaute Musikinstrumenti, von denen mehrere in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.  Zum Beispiel die Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Liepāja ist die einzige nicht umgebaute Orgel auf der Welt, auf der noch zu spielen möglich ist.

Die Orgel und das Mittelteil des Orgelprospekts des Doms von Rīga (des Rigaer Doms) ist seit 1601 erhalten geblieben. Die Orgelexpertem meinen, dass Rīga nicht nur zur Jugendstilmetropole, sondern auch zur Metropole der romanischen Orgeln genannt werden darf. Es ist egal, ob Sie sich für eine mehrtägige Reise durch Latgale ... entschieden haben oder nur in die grossen Gotteshäuser der Altstadt von Riga einkehren. In jedem werden Sie die Seele der Menschen von Lettland und die stillen Gebete, die an die Höheren gerichtet sind, spüren.