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Schlösser, Burgen und Gutshöfe in Lettland

Lettland war nie ein mächtiges Königreich, doch auch wir können auf alte Burgen, prächtige Schlösser und wunderschöne Gutshöfe stolz sein. Überraschenderweise sind in Lettland Hunderte dieser Zeugen des Altertums vorhanden, jeder mit der eigenen, besonderen Geschichte, mit hinreißender Architektur und Einzigartigkeit. In jeder Gemeinde und Stadt befindet sich, wenn nicht eine Burg oder ein Schloss aus dem Mittelalter oder deren Ruinen, dann ein prächtiges Herrenhaus, die alle ein wichtiges kulturhistorisches Erbe bilden.

  • Schloss Cesvaine
  • Schloss Rundale
  • Schloss Jelgava
  • Foto: Dainis Bruģis

Die ersten Burgen wurden in Lettland von baltischen Stämmen erbaut, schon mehr als vor 1.000 Jahren bauten Kuren, Semgallen, Letgallen, Liven auf steilen Ringwallen hölzerne Burgen, die ihre Einwohner vor Feinden geschützt haben. Die meisten von diesen Burgen wurden vernichtet, als im 11. – 14. Jahrhundert das Territorium von den Kreuzrittern erobert wurde, und in Lettland die ersten steinernen Ritterburgen und bischöfliche Burgen gebaut wurden.

Viele von ihnen wurden im 13. – 16. Jahrhundert gebaut, wurden von unzähligen Kriegen verwüstet und sind schon lange nur eindrucksvolle Ruinen, doch einige überraschen immer noch mit ihrer Pracht und Dicke der Steinmauern. Zum Beispiel die Burg Turaida, deren rote Steinmauern das ganze malerische Gaujas senleja überragen oder das Schloss Bauska, das nun teilweise rekonstruiert ist, oder die restaurierte Ordensburg Ventspils. Auch das bedeutendste – das Rigaer Schloss – hat immer noch vieles von seiner Gestalt aus dem Jahr 1515 und ist heutzutage der Sitz des lettischen Präsidenten.

Jedes Schloss und jede Burg hat eine eigene Geschichte, die oft tragisch ist. Zum Beispiel, wie bei der mittelalterlichen Burg Cesis. Als im Jahr 1577 während des Livländischen Krieges die Burg von dem russischen Heer des Zaren Iwan des Schrecklichen belagert wurde, sprengten sich die Bewohner der Ordensburg (300 Edelmänner und Edelfrauen) in die Luft, um so der Einnahme belagerten Stadt durch Iwan den Schrecklichen, der für seine Grausamkeit bekannt war, zu entgehen. Noch immer sind die dicken Mauern und die Türme der Burg Cesis, die nach dieser Sprengung geblieben sind, zu sehen.

Als die harte Zeit des Mittelalters vorbei war, sprossen die Gutshäuser von Edelmännern wie Pilze aus dem Boden, die versuchten, einander in Reichtum und Pracht zu übertrumpfen. So wurden prachtvolle Herrenhäuser gebaut, die mehr Schlössern ähnelten. Echte Schlösser wurden von kurländischen Herzögen gebaut. Zum Beispiel, das nach dem Entwurf des Architekten des Zaren, Rastrelli, gebaute Schloss Rundale – eine Perle des Barocks und des Rokoko in Europa. Noch heute bezaubert es mit seiner Pracht. Im 17. Jahrhundert wurden hier prunkvolle Bälle veranstaltet, es war das Schloss des kurländischen Herzogs Biron, noch heute kann ein Brautpaar in dem rekonstruierten Weißem Saal seinen ersten Hochzeitswalzer tanzen.

Viele Herrenhäuser sind erhalten geblieben und haben ihren Glanz behalten. Es gab Zeiten, da war ein Gutshof das Zentrum des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Gemeinde. Am Gutshof Dikli nahm sogar das Theater in Lettland seinen Anfang, als im Jahr 1818 die Bauern „Räuber“ von Schiller einstudiert und in einer Getreidedarre aufgeführt haben. Heute sind die rekonstruierten Gutshöfe stilvolle Orte, von denen aus man die Regionen von Lettland bereisen kann. In den Schlössern und Gutshöfen kann man sich mit einer Massage oder SPA-Behandlung verwöhnen lassen. Es ist möglich, in den alten Teichen der Barone angeln zu gehen, aristokratische Mahlzeiten in Wirtshäusern zu sich zu nehmen, Wein unter den Gewölben der alten Keller oder Ausflüge mit der Kutsche im Sommer und mit dem Schlitten im Winter zu genießen. Detaillierte Informationen über die Schlösser, Burgen und Gutshäuser die Besichtigungsmöglichkeiten finden Sie in den nächsten Abschnitten.