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Burgruine und Burgentwurf von Dünaburg

Die Burg von Dünaburg befindet sich am rechten Daugavaufer, etwa 18 km flussaufwärts von Daugavpils, 3 km nach Südwesten von dem nahegelegenen Bahnhof und 1 km von der Daugavpils-Krāslava Verkehrsverbindung, an der Stelle des früheren Burghügels von Naujene.

Dinaburgas pils makets
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Die Burg von Dünaburg wurde als Grenzfestung, die gegen Litauen gerichtet ist. Die Festung liess 1277 der Ordensmeister Ernst von Ratzeburg an der Stelle der Burg von Naujene erbauen. Gleich nach dem Bau dieser Burg wurde sie 1278 vom litauischen Heer unter der Führung des Königs Trojden  (Litauisch: Traidenis) umlagert. Zu dem im 13. Jahrhundert von Latgallern bewohnten Gebiet gehörte der heutige südwestliche Teil von Latgale, der seit 1264 zum Ordenseigentum gehörte.

Die am linken Daugavaufer von den Selen bewohnten Gebiete erstreckten sich bis zur Ortschaft Naujene, die, obwohl sie sich am rechten Ufer der Daugava befand, in einem Dokument von 1259 als der weiteste östliche Punkt des Selengebietes genannt wird. Bei Naujen befand sich eine der wichtigsten Überquerungsstellen der Daugava (andere zwei – bei Sēlpils und bei der Doles-Insel), die Litauer für den Einbruch in Vidzeme benutzten. An diesem Ort an der litauischen Grenze hat der Livländische Orden die Burg von Dünaburg erbaut.

Diese Tatsache stimmt mit der Reisebeschreibung von Gilbert de L’Anouar (Žilbērs de Lannuā) im Jahr 1413: „Von Koknese fahre ich auf dem Fluss der Liven (Daugava) flussaufwärts mit all meinen Schlitten und komme zur Herrenburg von Livland, genannt Daugavpils, die hier die letzte Burg ist, die ihnen an der litauischen Grenze gehört.” 1888 wurden die ersten Ausgrabungen unter der Leitung von V. Neimanis durchgeführt. Während dieser Ausgrabungen wurde der alte Burggrund offen gelegt, der sich unter einer 7 bis 9 Fuss dicken Trümmerschicht befand.

In der Zeit zwischen 1811 bis 1829 wurde die Burgruine für den Abbau des Baumaterials genutzt. Während der ersten Ausgrabungen waren die oberen Teil des Burgwände fast abgetragen – die Steine und Ziegel ausgebrochen und nach Daugavpils für den Bau der neuen Festung gebracht. Ungeachtet der schonungslosen Verwüstung gelang es bei den Ausgrabungen genügend Material zu finden, um einen Eindruck über die Ausmasse und die Ausstattung zu gewinnen.

Die Länge der Burg ist etwa 59 m, die Breite (im westlichen Teil) etwa 26 m. Als Baumaterial wurde sehr grosse Ziegel verwendet (Ausmasser: 30 x 14 x 10 cm), Feldsteine (vor allem für den Grund) und Kalksteinplatten. Der Eingang in die Burg von Dünaburg führte vom Osten durch zwei Vorburgen, die von Steinmauern und Graben umgeben waren.

Man konnte diese mit einem einfachen Damm mit Wasser füllen und so die Forcierung zu erschweren.  In die Burg gelangte man auf einer Zugbrücke durch ein Tor, das von besonderen Türmen – Rotunden geschützt wurde. Der älteste Flügel (östliche) der Burg wurde möglicherweise schon zur Zeit von Ernst Ratzeburg gebaut, der Nord- und Westflügel – um 1313, als der Ordensmeister Gerhard von Jorke sie erneuern liess und zur Zeit des Ordensmeisters Goswin von Herike, der 1347 vier Türme erbauen liess. Bei den Ausgrabungen wurden zwei Turmplätze sicher festgestellt – in der südwestlichen und südöstlichen Ecke.

Es ist nicht ausgeschlossen, das zur Zeit des Ordensmeisters Goswin von Herike auch die Vorburgen mit turmartigem Ausbau gefestigt wurden. Im östlichen Burgflügel befanden sich drei Kellerräume. Im zweiten Stock des Eingangsgebäudes befand sich die Kapelle, die sehr sorfgältig mit farbigen profilierten Gewölberippen, Türen- und Fenstereinfassungen ausgestattet war. Im Nordflügel schloss sich an der Kapelle der Kapitelsaal, nach Westen von dem – Remter(Sitzungs- und Speisesaal). Im Westflügel, auf der Seite der Daugava, befanden sich möglicherweise Wohnräume des Compteurs.

Unter den erwähnten Räumen befanden sich Küchen, Lagerräume, beheizte Räume und das Dormitorium (Schlafräume) der Ordensbrüder. Der Südteil der Burg nahm ein grosser Hof ein. Der gesamte Burgkomplex wurde von einer dicken Mauer umgeben, an die sich an der Südseite des Hofes ein schmaler Holzbau anlehnte oder die von einer Brustwehr gestützt wurde.

 
55.909290, 26.725273
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Information verändert: 19.09.2013