A+
Beta

Das Zentrum für Radioastronomie in Irbene

In Kurland, unweit von der Ostsee entfernt, zwischen Ventspils und Kolka, befindet sich das achtgrößte Radioteleskop der Welt. Noch immer ragt eine beeindruckende Radioteleskop-Schüssel, mit deren Hilfe die sowjetischen Militärs den feindlichen Westen ausspioniert haben, über die Kieferspitzen. Zurzeit werden damit aber nur noch Sterne beobachtet und Geräusche aus dem Weltall abgehört.

  • Irbenes radioastronomijas centrs

Zu Sowjetzeiten wurde dieses Armeeobjekt „Sternchen” („Zvaigznīte”) genannt. Es war ein höchst geheimes Objekt und diente zum Abhören von Telefongesprächen und Rundfunk der NATO-Länder. 1994, bald nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, hat das russische Militär diesen Ort verlassen. Beim Weggehen haben sie die vorhandenen Anlagen zerstört, die Elektromotoren mit Säure überbegossen und die Kabel zerschnitten. Zum Glück wurde kein Befehl erteilt, die riesige Antennenschüssel in die Luft zu sprengen.

Mit Unterstützung der EU wurde das der Armee gehörende Radargerät für wissenschaftliche Zwecke umgewandelt. Im Moment werden mit Hilfe der 32 Meter breiten und 600 Tonnen schweren Antenne die entferntesten Ecken des Weltalls beobachtet. Dies ist das größte nordeuropäische Radioteleskop, das ebenso wie eine Fledermaus Laute „sieht”, die für ein Menschenauge unsichtbare Strahlung auffängt und in Form eines Bildes darstellt. Auf solche Weise werden von den Astronomen die Sonne und die allerältesten Strahlen beobachtet. Dies ist die Strahlung, die vor vielen Milliarden Jahre entstanden ist, gleich nach dem Urknall, der das Universum gebildet hat.

Auch das zweite Radioteleskop von Irbene (mit einem Durchmesser von 16 Metern) wurde erneuert. Damit wird künftig der erste lettische Satellit beobachtet. Dieser Satellit wird gemeinsam von lettischen und deutschen Studenten an der Universität Bremen gebaut. Vom Militär-Erbe sind in Irbene noch weitere, langsam zerfallende Gebäude geblieben. Der Leiter des internationalen Radioastronomie-Zentrums, Dr. hab. phys. Juris Zagars macht sich darüber lustig: „Hier könnte der Horrorfilm „Frankenstein & die KGB“ gedreht werden, denn es müsste kein einziger Lat für die Kulissen ausgegeben werden”.

Da das Radargerät schon lange kein geheimes Militärobjekt mehr darstellt, kann es besucht werden, auch mit einer Führung. Während der Führung ist nicht nur ein Spaziergang im Areal möglich, man kann sich zu den obersten Außenplattformen der Teleskope begeben und von da die schöne kurländische Landschaft genießen. Seit dem Frühling 2009 ist Touristen auch der Untergrundtunnel, der das größte Radioteleskop mit dem technischen Zentrum verbindet, zugänglich.

In der Umgebung von Irbene gibt es auch weitere Sehenswürdigkeiten. Etwa neun Kilometer weiter befindet sich an der kurländischen Küste der Leuchtturm Oviši, erbaut 1905. Dies ist der älteste erhalten gebliebene Leuchtturm in Lettland. Nach weiteren neun Kilometern gibt es den höchsten (62 Meter hohen) Leuchtturm im Baltikum - Miķeļbāka (wörtlich: Michael-Leuchtturm). An dem Radargerät vorbei fließt der schöne Fluss Irbe, der bei Bootsführern beliebt ist. Unweit befinden sich auch der Nationalpark Slītere, das Kolka-Horn und das einmalige kulturhistorische Gebiet der Liven - die  Livenküste.

 
57.554295, 21.857214
  • Adresse: 
    Ventspils novads, Ances pagasts, Irbene, LV-3600
  • E-Mail: 
  • Telefon: 
    +371 63600347
  • Mobile: 
    +371 29230818
  • Website: 
  • Gesprochene Sprachen: 
    • Englisch
    • Lettisch
    • Russisch
  • Admission fee: 
    Bezahlt
  • Zahlungsmethoden: 
    • Barzahlung
Services: 
  • Reiseführer verfügbar
Arbeitszeit: 

Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag: 10.00 – 17.00 Uhr

Information verändert: 17.07.2013