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Kruzifixweg

Kruzifix – das Symbol katholischen Lettgallens (lettisch: Latgale), ein untrennbarer Bestandteil der Landschaft von der Region und ein eigenartiges Kunstwerk. In Lettgallen fing man im 18. Jahrhundert mit dem Aufstellen von Kruzifixen an. Die Tradition, sie zu bauen, entwickelte sich am rapidesten in den 20ern und 30ern des 20. Jahrhunderts.

Ein Merkmal der Gemeinde Vaboles ist die größte Anzahl von Kruzifixen in Lettland, sowohl früher als auch heute. Nach den 40ern des 20. Jahrhunderts wurden viele vernichtet. Von 44 Kruzifixen sind nur 29 erhalten geblieben. Die Einwohner von Dörfern fingen an, Schritt für Schritt die Kruzifixe zu erneuern. 1998 hat das Museum Skrindu mit den Finanzmitteln des Kulturministeriums zwei Kruzifixe in der Gemeinde restauriert. Die ältesten Kruzifixe, die in den Erinnerungen der Menschen geblieben sind, seien bescheiden, grob bearbeitet und ziemlich niedrig gewesen. Die Bescheidenheit der Kruzifixe haben die Zeit und eventuell auch der Mangel an handwerklichen Fertigkeiten bestimmt.

Das Aussehen der Kruzifixe hat sich im Laufe der Zeit verändert. Für die 20ern des 20 Jahrhunderts ist es charakteristisch, dass in dieser Zeit Kruzifixe mit kleinen Dächern gemacht wurden. Da die Kruzifixe zu verschiedenen Zeiten gebaut wurden, unterscheiden sie sich sowohl durch ihre Höhe, als auch Form. An manchen Orten betrug ihre Höhe bis zu 4 Meter und ihre Dächer waren reichlich verziert. Sehr verbreitet waren Kruzifixe aus Gusseisen, deren Fundamente aus Beton gegossen waren. Für die 80er und 90er des 20. Jahrhunderts ist es charakteristisch, dass die Kreuze mittels Holz repariert wurden. Über die religiöse und kulturhistorische Bedeutung der Dorfkreuze berichtet die Geschichte. Ein Kreuz am Wege und die damit verbundenen Handlungen sind eine der ältesten und schönsten Traditionen in Lettgallen.

Die Dorfeinwohner haben sich vor den Dorfkreuzen zum Gottesdienst versammelt. An den Kreuzen wurden geistliche Lieder gesungen und gebetet. Gesungen hat man bis zum späten Abend. Die Kreuze wurden mit Birkenästen und Blumen geschmückt. Kreuze, die sich im Dorf befinden, werden heute noch geschmückt, gesungen wird in Maiabenden aber nur an bestimmten Kruzifixen. Bei der Erkundung der alten Traditionen wird nach deren besten Anwendung gesucht. Das Kreuz gibt heute auch als die Bezeichnung einer Gedenkstätte. An einem schönen und hügeligen Ort in Liepu Mukāni befand sich einst das Haus der Familie Skrindu, an dem 1990 ein 4 Meter hohes Holzkreuz aufgestellt und eine Gedenkstätte eingerichtet wurde. Den Stein mit der Aufschrift "Skrindu māja" (deutsch: „Haus Skrindu“) hat der Bildhauer I. Folkmanis geschaffen.

 
56.029278, 26.466064
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    • Lettisch
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    Bezahlt
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Services: 
  • Reiseführer verfügbar
Tourismusobjekt Funktionen: 
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Arbeitszeit: 

Besichtigung nach einer Voranmeldung.

Zusatzinformationen: 
Information verändert: 12.06.2013