Das jetzige Schloss wurde 1737 von Ernst Johann von Biron, dem Herzog von Kurland erbaut. Er beauftragte den russischen Hofarchitekten Rastrelli, ein Projekt für eine Barock-Residenz auszuarbeiten. Von Rastrelli stammen der Winterpalast und der Große Palast von Peterhof und das Schloss Rundale in Lettland. 1919 wurde das Schloss von den Soldaten der Bermont-Avalov-Armee, die gegen die Unabhängigkeit der neuen Republik Lettland kämpfte, völlig niedergebrannt.
Die neue lettische Republik ließ das Schloss erneuern, doch wurde dieses während des Zweiten Weltkriegs wieder zerstört. Nach dem Krieg wurde das Schloss wieder erneuert, und heute befindet sich hier die Lettische Landwirtschaftliche Universität. Während Ausgrabungen wurden hier Münzen, holländische Pfeifen, Ofenkacheln und Kolonnen aus Roheisen gefunden. Obwohl das Schloss nun Studenten beherbergt, sind hier auch noch seine ersten Besitzer zu finden ‒ in einem Gebäude des Schlosses befinden sich Grabstätten, in denen 24 Mitglieder der Familie Kettler und 6 Mitglieder der Familie Biron begraben wurden.
Hier ruht auch der erste Herzog von Kurland Gotthard Kettler. Der im Jahre 1587 gefertigte Sarkophag mit seiner Asche ist das wichtigste Objekt der Grabstätte. Die Grabstätte ist restauriert und für Besucher zugänglich.
Der Park des Jelgava-Schlosses wurde 1817 statt des ehemaligen Walls angelegt. Im Park auf der Schlossinsel gibt es romantische Kanäle, Brücken, einzelne Gebäude und die Gouverneur-Insel. Es ist einer der schönsten Parks in Jelgava. Im Park befinden sich auch mehrere sehr große, alte Bäume ‒ mehrere Kastanien und Graupappeln und eine Eiche.
Am Schloss auf der Schlossinsel wohnt eine Herde Wildpferde. Von Riga nach Jelgava kommt man sehr bequem mit dem Zug oder Bus (44 km) sowie auch mit dem Auto.












