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St. Petrikirche

St. Petrikirche (lettisch: Sv. Pētera baznīca) ist eines der ältesten und wertvollsten Gebäuden der mittelalterlichen Monumentalarchitektur im Baltikum. Sie befindet sich im historischen Zentrum, das am 4. Dezember 1997 in die Liste UNESCO-Liste der Weltkulturerben aufgenommen wurde.

  • Petrikirche
  • Foto: Štāmberga
  • Petrikirche und Schwarzhäupterhaus
  • Foto: Kleins
  • Rigaer Türme
  • Foto: Lauku ceļotājs

Das erste Mal wurde das Haus 1209 urkundlich erwähnt. Ursprünglich war das ein kleiner hallenartiger  Raum mit drei gleichhohen und –breiten Schiffen, möglicherweise, mit einem abseitsstehenden Glockenturm. Die jetzige Drei-Schiff-Basilika ist aus den Umbauten im 15. Jahrhundert entstanden. Ein Teil des Altars wurde Anfang des 15. Jahrhunderts nach Vorbild der St.-Marien-Kirche in Rostock im Hochgotik-Stil unter Leitung des aus Rostock eingeladenen Baumeisters Johann Rumeschottel erbaut. Der mehr als 130 m hohe Turm wurde Ende des 15. Jh. vollendet. Er ist 1666 eingestürzt.  Der Rigaer Stadtbaumeister Rupert Bindeschuhe erbaute 1690 anstelle des eingestürzten Turmes einen Barockturm mit mehreren Hauben und Galerien. Seinerzeit war die Holzkonstruktion dieses Turmes die Höchste weltweit. Gleichzeitig stellte man die Westfassade mit drei prunkvollen Steinportalen bereit. 1721 traf den Kirchenturm ein Blitz und er brannte ab. Auf Anordnung des russischen Zaren Peter I. der Große, der sich zum diesen Zeitpunkt in Riga aufhielt und sich beim Löschen beteiligte, erhielt der Turm seine vorherigen Formen. Die Arbeiten waren 1746 vollendet. Die St. Petrikirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört: der Turm und das Dach brannten ab, die ganze Kircheneinrichtung wurde zerstört.

1954 wurden systematische Erneuerungsarbeiten aufgenommen. Als Erstes wurde das Ziegeldach erneuert. 1967 begann eine Rekonstruktion des einzigartigen Turmes. Anders als bei den vorherigen Türmen wurde dieser in einer Metallkonstruktion mit einem Aufzug gebaut, um somit die Galerien als Aussichtsplattformen einzusetzen. Der Turm ist jetzt 123,25 m hoch. Die Besucher werden bis zu der zweiten Galerie in einer Höhe von 72 m befördert. Um den Aufzug zu erreichen, wurden in den Seitenkapellen neue Eisenbetontreppen eingebaut. Die Erneuerungsarbeiten des Turmes wurden am 29. Juni 1973 abgeschlossen. Die Bauarbeiten wurden von mehreren spezialisierten Einrichtungen unter Leitung der Wissenschaftlichen Restaurationsverwaltung (lettisch: Zinātniskās restaurēšanas pārvalde) vom Kulturministerium Lettlands (lettisch: Latvijas Kultūras ministrija) durchgeführt. Den Rekonstruktionsentwurf haben Architekten P. Saulītis und G. Zirnis, wie auch der Leiter der Restaurationsarbeiten Ē. Darbvaris angefertigt.

Im Juli 1975 wurde die erneuerte Kirchenuhr in Betrieb genommen, die nach alter Tradition nur einen Zeiger bzw. Stundenzeiger hat. 1976 ertönte das erste Mal das Glockenspiel, dass fünfmal täglich die Melodie des lettischen Volksliedes "Rīga dimd" abspielt und volle Stunden schlägt.

Die Restauration der Räume wurde 1983 abgeschlossen. Der Kirchensaal hinterlässt einen bleibenden Eindruck, die massiven Pfeiler stützen Überdeckungen mit Kreuz- und Sternengewölben. Die Höhe des Mittelschiffes reicht bis 30 m, es wird von den neuen Gewölben bedeckt. Im Altarteil mit dem Kranz von fünf Kapellen treten stark gotischer Vertikalismus und feine Profilierung hervor. Es wurden Grüfte erneuert, unter anderem die im Barock-Stil gestaltete Gruft der Blauen Bürgercompanie. Es wurden die alten geschnitzten Grabschriften aufgestellt, die vor dem Krieg nach Polen hinausgeführt und dort bewahrt wurden; die Restauration von Grabschriften wird fortgesetzt. Am 25. August 1995 wurde eine für die Restauratoren gewidmete Tafel eröffnet.

Die neue Kanzel haben die Architekten P. Saulītis und I. Maurāne entworfen, dieses Projekt wurde 1996 vom Unternehmen AS „Restaurators“ (AG) verwirklicht. Die Mittel für den Kanzelbau hat der deutschbaltische Förderverein „Forderkreis“ aus Deutschland gestiftet. 1997 wurden in der Sakristei die Mosaikfenster von E. Tode (die Künstlerin des Glasgemäldes: I. Kārkluvalka) restauriert, die Wände wurden mit erneuerten holländischen Fliesen (Keramikerinnen I. Pētersone, D. Zvanītāja, I. Vipule) gefliest.

Der räumige Kirchsaal wird für Konzerte, Kunstausstellungen, Preisausschreibungsschauen von der Architektur und vom Stadtbau verwendet. Seit dem 29. Juli 1991 finden in der Kirche wieder Gottesdienste statt.

St. Petrikirche ist zum einen eigenartigen Kultur- und Kunstzentrum geworden, das seine Besucher nicht nur in die Handfertigkeit und Gefühl für Kunst der einstigen Bauarbeiter, sondern auch ein Bild von der Entwicklung der Architektur und Kunst von heute verleiht und einen Einblick in die Zukunft von Riga, in die Perspektiven ihrer Entwicklung gewährt.

 
56.947468, 24.109219
  • Gesprochene Sprachen: 
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Services: 
  • Reiseführer verfügbar
Tourismusobjekt Funktionen: 
  • WC
Arbeitszeit: 

Dienstag - Sonntag 10:00 - 17:00

Information verändert: 21.02.2014