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Wanderrouten für einen Tag

Bei einem Lettland-Besuch sollte man sich nicht nur auf Rīga beschränken, unweit der Hauptstadt gibt es wunderschöne eintägige Wanderrouten.

Die fünfzig Kilometer bis Sigulda sind bequem mit einem Zug oder einem Bus zu schaffen. Diese schöne Stadt an der Gauja kann innerhalb eines Tages in Ruhe besichtigt werden - die Gutmans- Höhle, die legendäre Grabstätte der Turaidas Roze, die Turaida-Burg, von deren Turm die schöne Landschaft zu bewundern ist - dies alles ist an einem Tag zu schaffen.

Etwas weiter weg liegen die Stadt und der Naturpark Līgatne. Auf mehr als fünf Kilometer langen Naturpfaden können die einheimischen Wildtiere, Bären, Auerochsen, Elche, Wölfe, Luchse und andere Vertreter der lettischen Fauna in Gehegen beobachtet werden. Auch die Stadt Jūrmala (20 Kilometer von Rīga entfernt) ist mit dem Zug leicht erreichbar. Dort kann man während eines Spaziergangs die vielseitige Architektur der Kurortstadt sehen und die frische Meeresluft geniessen. Als Küstengebiet bietet Lettland auch Spaziergänge am Meer an. Diese sind nicht nur in Jūrmala, sondern auch in Saulkrasti oder in Lapmežciems zu empfehlen. Lapmežciems ist ein altes Dorf, 48 Kilometer von Rīga entfernt, dazu gibt es eine gute Verkehrsanbindung mit dem Bus. Nach einem längeren Spaziergang an der Küste entlang, stehen Ihnen die örtlichen Gasthäuser mit der hervorragenden heimischen Küche zur Verfügung. Besonders empfehlenswert ist der geräucherte Fische.

Ähnliche eintägige Spaziergänge sind auch in Liepāja und Ventspils zu empfehlen. Sie können mit dem Bus auch Bernāti (bei Liepāja) oder Kolka (bei Ventspils) erreichen, die Ihnen angenehme Erlebnisse garantieren. Der lettische Verband „Ländlicher Tourismus” („Lauku ceļotājs”) empfiehlt eine eintägige „Runde am Kolka-Horn” („Kolkasraga aplis”), die zu Fuß zu schaffen ist. Man kann auch am Meer entlang von Jaunķemeri bis Klapkalnciems spazieren.

Zu Sowjetzeiten durften die Einwohner von Kurland nur mit speziellen Genehmigungen zum Strand gehen, von den Ausländern ganz zu schweigen. Die Küste wurde von sowjetischen Grenzsoldaten mit Hunden bewacht. Auch das Fotografieren war aufs Strengste verboten. Zurzeit kann man dort ohne Probleme spazieren gehen. Für diejenigen, die sich für Vögel interessieren, wird vom „Ländlichen Tourismus” („Lauku ceļotājs”) die Route von Roja bis Mērsrags empfohlen, wo es einen Vogelbeobachtungsturm gibt. Im Dorf Mazirbe, das sich im Nationalpark  Slītere befindet, kann man an einem Tag sowohl das livische Kulturzentrum kennen lernen, als auch, falls man Lust dazu hat, am Meer entlang die 22 Kilometer bis Kolka zu Fuß schaffen. 

Für wahre Naturfreunde, die keine Angst vor Anstrengung haben, empfiehlt sich der geologische Pfad Amata. An den steilen Ufern der Amata sind eindrucksvolle Zutagestreichen von Sandstein zu sehen. In der Amata-Niederung macht der Pfad Kurven, an manchen Stellen beträgt der Höhenunterschied sogar 40 Meter. Dies ist eine Route für Interessenten, die bereit sind verschiedene Hindernisse, wie umgestürzte Bäume, zu überwinden. Die Route wird vom Nationalpark Gauja empfohlen.

Angenehme eintägige Routen gibt es auch am Rande von Rīga. Man kann mit dem Bus Nr. 24 bis zur Endstation Mangaļsala fahren und zur Mole gehen. Dies ist ein beliebter Ort für Vogelbeobachter. Danach kann man entweder einen einstündigen Spaziergang am Meer entlang machen oder die 23 Kilometer bis zum Bahnhof Carnikava wagen. Diese Route nimmt ca. sechs Stunden in Anspruch. Um sich nicht zu verlaufen, empfiehlt es sich, vor der Wanderung die Karte zu erkunden. Es sollte auch Essen und Trinken mitgenommen werden, denn unterwegs gibt es am Strand keine Restaurants.

Eine kurze Fahrt vom Rīgaer Zentrum aus liegt die Insel Dole entfernt, die größte und interessanteste Daugava-Insel mit einem Naturpark. Hier befindet sich das Daugava-Museum, an dem eine Wanderung begonnen und beendet werden kann, falls man um die Insel herum gehen möchte.

In Salaspils (18 km von Riga entfernt, gute Zugverbindung) befindet sich der Nationale botanische Garten. Dies ist ein großes Gelände mit Hunderten von Pflanzenarten, Bäumen und wundervollen Blumen. Auch die Vogelbeobachter werden bestimmt etwas Interessantes finden. Im botanischen Garten gibt es kein Restaurant, deshalb sollten Essen und Trinken mitgenommen werden, dafür gibt es eingerichtete Picknickplätze. 

Wunderbare eintägige Wanderungen bieten die lettischen Naturparks und Reservate an. Unter der Leitung von erfahrenen Reiseführern kann man das Sumpf-Ökosystem des größten baltischen Sumpfs, des Teiču-Sumpfs erkunden. Interessante Eindrücke bieten der Pfad im Großen Ķemeru-Moor und der Besuch des Naturparks Skaņaiskalns. Besonders reich an Natursehenswürdigkeiten ist das Salaca-Tal. Ilūkste bietet Naturpfade, die an subglaziale Seen vorbei führen und sogar den Sumpf überqueren. Auch in Pilskalnes Siguldiņa werden die Naturfreunde viel Interessantes entdecken.

Wenigstens einen Tag braucht man für den legendären Pokaiņu-Wald. Da fühlen Sie beim Spazierengehen, dass die alten Steinhaufen und der einzigartige Ort mystische Energie ausstrahlen, weshalb der Ort als „lettisches Stonehenge” bezeichnet wird. Einen ganzen Tag, vor allem mit Kindern, kann man im Naturpark Tērvete verbringen. Dort sind nicht nur viele kulturhistorische Objekte (der Schlossberg der alten Semgallen, Ruinen einer deutschen Ritterburg) und die schöne Umgebung zu erkunden, auf Kinder warten dort auch Holzskulpturen, bekannte Märchenfiguren und eingerichtete Spielplätze.   

Unweit von Riga, im Landkreis Allaži, gibt es einen Naturpfad, der am Erdtrichter Ezernieki vorbei führt. Dies ist eine geologische Erscheinung, bei der das Wasser plötzlich „in die Erde hineinfällt” und verschwindet. Der Pfad verläuft am Linezers (wörtlich: Flachs-See) vorbei, der innerhalb der letzten zwanzig Jahre mehrmals unter die Erde verschwand und nur ein neun Meter tiefes Loch hinterließ.

Am Vaidava-See, unweit von Valmiera, gibt es einen 13 Kilometer langen Naturpfad, der sowohl für Fußgänger, als auch für Radfahrer vorgesehen ist. In Skrīveri gibt es ein Wegenetz, wobei jeder einzelne Pfad einen schönen Namen trägt - Laimes lāča taka (Glücksbären-Pfad), Sūnu taka (Moospfad), Ezera taka (Seepfad), Spīdolas-Pfad, Max-von-Sievers-Pfad. Bei einem vier Kilometer langen Spaziergang kann man ein Dendrarium mit einem reichen Baum- und Strauchbestand bewundern. Darunter gibt es viele fremdländische Arten, die hier schon seit mehr als hundert Jahre wachsen.

Naturpfade und eintägige Routen werden fast in jedem Gebiet angeboten. Zusätzliche Informationen erhalten Sie in den örtlichen Tourismusinformationszentren. Auch vom lettischen Naturfonds (Latvijas Dabas fonds), von der „Mutter Natur” ("Mamma daba"), und vom Verband „Ländlicher Tourismus” ("Lauku ceļotājs") sind mehrere Routen mit Naturpfaden und Vogelbeobachtungstürmen errichtet worden.

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