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Festung Daugavpils

Das bedeutendste kulturhistorische Denkmal der zweitgrößten Stadt Lettlands – Daugavpils –ist die Festung Dünaburg, die einzige aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebliebene Festung im Baltikum, die bis heute ohne wesentlichen Veränderungen erhalten geblieben ist– ein eindrucksvolles Zeugnis aus der Militärgeschichte des zarischen Russlands.

Allmählich ersteht die Festung Dünaburg wieder, abernicht mehr zu Militärzwecken - esist geplant, das Mark Rothko Zentrum mit seinen Originalwerken und mehrere Künstlerresidenzenim Arsenalgebäude unterzubringen. 

Heute werden in der Festung die Restaurationsarbeiten durchgeführt. Das Wort „Daugavpils“ ist nicht nur mit finsteren Zeugnissen der Kriegszeit gebunden. Hier wurde der weltberühmte Maler des Abstrakten ExpressionismusMark Rothko (1903–1970) geboren. 2007 wurde sein Gemälde „White Center: Yellow, Pink, Lavender on Rose” in derSotheby's Auktion in New York City für 72,8 Millionen Dollar verkauft – das ist ein Rekord unter den Malern der lettischen Herkunft und das 24.

Kunstwerk von den am teuersten verkauften in der Welt.

Die Idee, eine Festung in Daugavpils zu errichten, entstand am Anfang des 19. Jahrhunderts, als der französische Imperator Napoleon seine Pläne der Welteroberung durchdachte und ein Angriff auch Russland drohte. Im Jahre 1810 empfiehl der russische Militärminister Michael Barclay de Tolly in seiner Mitteilung, die „Die Abwehr der russischen Westterritorien” hieß, dem ZarenAlexander I. eine Festung in Dünaburg zu bauen. Übrigens ist in Riga ein Denkmal zu Ehren von MichaelBarclay de Tolly aufgestellt, das im Stadtzentrum neben der Orthodoxenkathedrale steht. 

1810 hat der Zar den Generalplan für Bauarbeiten bestätigt, geplant wurde eine Festungsgarnison für 4500 Mann, und es wurde projektiert, 595 Kanonen aufzustellen. Die Bauarbeiten verliefen aber mit Unterbrechungen, 1812 begann der französische Angriff und die Armee von Napoleon besetzte auch Daugavpils. Doch es war nicht so leicht, weil die Verteidiger von Dünaburgheldenhaft widerstanden. Schon amEnde des Jahres 1812 wurden die Kriegstruppen von Napoleon kurz und klein geschlagen.

Die Bauarbeiten an der Festung wurden wieder fortgesetzt, aber erst am 21. Mai 1833 fand eine festliche Eröffnungs- und Einweihungszeremonie statt. Der Zar Nikolaus I. zusammen mit der ganzen russischen Hochgeistlichkeit begab sich nach einem Gottesdienst in der Festungskathedrale auf den Kreuzgang den Hauptfestungswall entlang. Die Arbeiten an der Außenbefestigung wurden aber auch danach fortgesetzt, und im Jahre 1841 wurde der Aufbau eines sieben Kilometer langen und 4,2 bis 6,4 Meter hohen Dammes abgeschlossen, der noch heute die Stadt vom Hochwasser schützt.

In der Festung Dünaburgwaren zuZarenzeiten die „Staatsverbrecher” eingekerkert, z.B., nach dem Dekabristen-Aufstand 1825 saß hier fast vier Jahre lang der Freund von A.S. Puschkin – der Lyriker W. Küchelbecker (1797–1846). Nach demErkämpfen der lettischen Unabhängigkeit war hier die Semgaller Armeedivision des neuen Staates stationiert, und im Jahre 1940 nach der sowjetischen Okkupation – die Rote Armee. Während des Zweiten Weltkrieges sind hier tragischeEreignisse geschehen.

Nach dem deutschen Angriff haben die Nazisin Daugavpils viele Tausende russischer Kriegsgefangenen getötet, die ins KZ-Lager Stalag–340 auf dem Territorium der Festung eingekerkert wurden. Am Tor des Lagers hingein Plakat mit einer Abbildung des Prügels und einer Überschrift „Das ist dein Herr!”. Auf dem Territorium der Festung war auch ein Judengetto errichtet, wo Tausende von Juden aus Daugavpils und aus der Umgebung vernichtet wurden.

Wegbeschreibung: 

Coordinates:
55.886507, 26.494839
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Zuletzt aktualisiert: 
30.09.2014