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Ķemeri Nationalpark

Unweit vom bekanntesten Kurort des Baltikums Jūrmala befindet sich der Ķemeri Nationalpark – ein Natura-2000-Gebiet. Der Nationalpark wird durch große biologische Vielfalt, das einmalige Ķemeru-Moor, verschiedene Ökosysteme und Vorkommen von Mineral- und Heilgewässern gekennzeichnet. Der Ķemeri Nationalpark liegt nur 50 km von Rīga entfernt und ist ein hervorragender Ort, um die wilde Natur zu genießen und das Ökosystem Moor kennenzulernen.  

  • Lielā Ķemeru tīreļa laipa
  • Lielais tīrelis
  • Foto: "Lauku ceļotājs"
  • Dumbrāja taka
  • Ķemeru tīreļu taka. Rasene
  • Foto: "Lauku ceļotājs"
  • Ķemeru tīreļu taka
  • Putnu vērošanas tornis

Für Naturfreunde wurden im Park mehrere Naturlehrpfade (der Wanderpfad am Slokas-See, der Große Steg des Ķemeru-Moores, der Pfad des Schlossbergs Kaņieris), Aussichtstürme und Vogelbeobachtungstürme eingerichtet .

Auf dem Gebiet des Parks gibt es viele Zeugnisse über die Kämpfe im Ersten Weltkrieg und die Frontlinie – die alten Laufgräben in den Dünen des Grünen- und des Ķemeru-Moores, Grabstätten der Soldaten der lettischen Armee in Smārde und Grabstätten der deutschen Soldaten bei Kalnciems. Der Ķemeri Nationalpark (ĶNP) ist 1997 gegründet worden.

Geografisch ist die Umgebung von Ķemeri ein Berührungspunkt weitläufiger geologischer Strukturen. Das Küstentiefland wird von mehreren Dünenreihen abgegrenzt (Krāču kalni, die Zaļā kāpa [die Grüne Düne] u. a.), die die Ufer des ehemaligen Litorinameeres einzeichnen. Beim Rückgang des Litorinameeres haben sich an der Küste Lagunenseen gebildet, der Kaņieris, der Duņieris und der Slokas-See. Im Nordwesten des Parks, im Gebiet Milzkalne, erheben sich die in der Eiszeit gebliebenen Bergwellen mit dem 30 m tiefen Valguma-See. Ein einmaliges Objekt ist das an Moorseen reiche Große Ķemeru-Moor, welches zu den größten Moosmooren Lettlands gehört.

Der  Ķemeri Nationalpark ist durch artenreiche Flora und Fauna gekennzeichnet. Hier wurden 897 Farn- und Samenpflanzen-, 202 Moos-, 139 Flechten- und 521 Pilzarten gefunden. Im  Ķemeri Nationalpark wachsen 25 % aller Pflanzen, die in Lettland auf der Roten Liste für bedrohte Pflanzen- und Tierarten stehen. In den feuchten Wäldern wachsen die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris),Lonicera Pallasii, der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) und der Bärlauch (Allium ursinum). In den Grasmooren blühen verschiedenartige Orchideen – das Baltische (Dactylorhiza baltica), das fleischfarbene (Dactylorhiza incarnata), das blutrote (Dactylorhiza cruenta), das gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) und das Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii).

Die Tierwelt vertreten die vielen Vogelarten. Die in Lettland und in Europa seltenen Seeadler, Uhus und Regenbrachvögel haben hier ihr ständiges Zuhause gefunden. Besonders günstige Nahrungs- und Nistverhältnisse im Nationalpark Ķemeri haben Schwarzstorche (hier nisten 7 - 8 Paare), Kraniche und Schreiadler (Aquila pomarina) angelockt. An manchen Orten nistet eine Vielzahl von Wachtelkönigen (crex crex), deren Zahl in Westeuropa stark zurückgegangen ist. Auf dem Territorium des Nationalparks Ķemeri befinden sich zwei für Vögel international bedeutende Orte. Einer davon ist der Kaņiera-See, der andere ist das Große Ķemeru-Moor. Die unberührten Wälder sind ein hervorragender Wohnort für die seltenen Spechtarten, wie z. B. den Dreizehenspecht, den Mittelspecht und den Weißrückenspecht. An vielen Orten wird die Vielfältigkeit der Arten und Biotopen durch die Tätigkeit der Biber erhöht, weswegen sich an vielen Orten der Wasserhaushalt des Gebietes stabilisiert hat. Die großen Moore bieten einen sichereren Zufluchtsort für Elche und in den weitläufigen Wäldern des Parks leben Hirsche, Wildschweine, Rehe und Wölfe.

Der Ķemeri Nationalpark ist dadurch besonders, dass sich auf dem Gebiet wegen der Wechselwirkung des Dolomitgesteins und der weiten Moore Schwefelwasser bildet. Aus dem Grund gibt es hier schon seit dem 18. Jh. den Kurort Ķemeri. Es kamen Patienten aus ganz Europa, um die heilenden Eigenschaften der Schwefelwasserstoffquellen und der Schlammbäder zu genießen. Der Kurort wurde schnell bekannt und schon am Ende des 18. Jh. wurden in der Kurortstadt 106 Gebäude errichtet. Im Jahre 1911 wurde ein direkter Zugverkehr zwischen Ķemeri und Moskau eröffnet. Im Moment gewinnt Ķemeri seine ehemalige Pracht zurück, hoffentlich wird schon bald das rekonstruierte Sanatorium Ķemeri wieder eröffnet.

 
56.975502, 23.429375
  • Gesprochene Sprachen: 
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    • Russisch
Tourismusobjekt Funktionen: 
  • Kostenloses Parken
  • Raucherfreundlich
  • WC
Information verändert: 01.09.2014