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Der Garten "Likteņdārzs"

Auf einer Insel in Koknese entsteht mit der Unterstützung der gesamten Bevölkerung Lettlands der Schicksalsgarten „Likteņdārzs”. Jeden Tag kommen hierher Leute aus verschiedenen Teilen Lettlands. Das ist eine Gedenkstätte für all die Menschen, die im 20. Jahrhundert für Lettland verloren gegangen sind – eine Gedenkstätte für diejenigen, die während des totalitären Regimes gelitten haben, die sich ins Exil begeben mussten, die wegen ihren politischen Ansichten oder ihrer Verwandtschaft leiden mussten.

Fast in jeder lettischen Familie gibt es einen Opfer oder einen Verlorengegangenen. Während der letzten 100 Jahre hat das lettische Volk mehr als 600 000 Menschen verloren. Während sich in anderen Staaten, die ähnlich Lettland sind, die Einwohnerzahl verdoppelt, ist in Lettland diese radikal geschrumpft. Der Schicksalsgarten „Likteņdārzs” bedeutet jedoch etwas mehr! Das ist ein Ort, wo die Vergangenheit, die Gegenwart und Zukunft zusammen kommen. Sowohl die der Menschen, als auch die des Staates. Sie treffen aufeinander, um der Vergangenheit Trost zu geben, um die Kraft der Gegenwart und den Ansporn für Verwirklichung eigener Pläne in der Zukunft zu geben.
Um die Letten zu gedenken, die zum Opfer des totalitären Regimes im 20. Jhr. gefallen sind, schafft der Fond von Koknese eine Gedenkstätte auf einer Insel in der Mitte der Daugava. Sie befindet sich in der Nähe der Burgruine von Koknese und der ev.-luth. Kirche von Koknese. Auf der Insel entsteht ein Projekt unter dem Namen "Meisow" ("Pļava", dt. „Wiese”), das ein praktizierender Mönch des Zen-Buddismus und der Landschaftsgärtner Shunmyo Masuno aus Japan realisiert.
Die Projektrealisation begann mit dem Anpflanzen der Hauptallee aus Apfelbäumen. Das Projekts des „Likteņdārzs” wurde zum 90-jährigen Jubiläum der Republik Lettland begonnen. Es ist geplant, das Projekt in zehn Jahren als Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum abzuschliessen.
Nach dem das Ziel dieses Schicksalsgartens erreicht sein wird, wird er nicht nur ein Denkmal für unsere Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft sein. Wir leben in der Zeit, wenn rundherum vieles zusammenbricht und verloren geht, doch gleichzeitig entsteht etwas Neues. Das kann ebenfalls ein neues Lettland sein – mit einem anderen Blick auf sich selbst, mit neuen Werten, neuen zwischenmenschlichen Beziehungen und Zukunftsplänen.
Jeder ist herzlich Willkommen, an der Entstehung des Schicksalgartens „Likteņdārzs” teilzunehmen. Dies kann er tun, nicht nur durch das Mitwirken oder Geldspenden, sondern auch durch das blosse Hinfahren zu dieser Insel, sich hinsetzen am Ufer der Daugava und beobachten, wie sich der Fluss langsam jedoch unbestritten seinem Ziel nähert. Der Garten „Likteņdārzs” entsteht wie eine Hoffnung für die Zukunft – ein Garten für den Trost und zur Bestätigung der Stärke unseres Volkes. Jeder von uns kann Teil dieses Gartens werden. Nur gemeinsam können wir diesen Garten als Geschenk zum 100-jährigen Jubiläum von Lettland schaffen.

 
56.634895, 25.438843
Services: 
  • Reiseführer verfügbar
Tourismusobjekt Funktionen: 
  • Kostenloses Parken
  • Zugang für Behinderte
Arbeitszeit: 

Führungen nach vorheriger Anmeldung.

Information verändert: 20.03.2013